Warum FMG keinen Fußball-Liveticker braucht – und beim Rückwärtslauf gern dabei wäre
IN EIGENER SACHE · FMG-REDAKTIONSLINIE · KOMMENTAR
Sportberichte bringen Aufmerksamkeit. Gute Bilder von lokalen Wettkämpfen oft erst recht. Das wissen wir. Trotzdem wird Freie Medien Germany (FMG) keinen dauerhaften Sportteil und erst recht keinen Fußball-Liveticker einrichten. Warum? Weil wir lieber Geschichten erzählen, als Ergebnisse verwalten.

Ein Sportergebnis ist nicht automatisch unsere Geschichte
Wer eine Sportzeitung liest, hat gute Gründe dafür. Menschen fiebern mit ihren Vereinen mit, Kinder trainieren für ihren ersten Wettkampf, und engagierte Sportredaktionen leisten wertvolle Arbeit. Das respektieren wir ausdrücklich.
Auch lokal können Spielberichte und Bilderstrecken viele Leser erreichen. Die Nachfrage ist da. Gerade deshalb ist unsere Entscheidung bewusst: FMG möchte nicht jeden erfolgreichen Inhalt kopieren, nur weil er Reichweite verspricht. Eine Redaktion braucht ein Profil. Unseres entsteht durch Auswahl.
Menschen, Hilfsbereitschaft und manchmal herrlicher Unsinn
Über Sport berichten wir durchaus – wenn dahinter eine Geschichte steckt, die zu uns passt. Etwa bei einem Benefizlauf, der Geld für Menschen mit Behinderungen oder ein soziales Projekt sammelt. Da fragen wir lieber: Wer hilft wem? Was wird konkret ermöglicht? Wer steckt hinter der Initiative?
Und wenn in der Region ein Rückwärtslauf stattfindet? Auch darüber würden wir gern berichten. Nicht, weil wir dringend eine rückwärts laufende Bestenliste brauchen, sondern weil eine ungewöhnliche Veranstaltung Menschen zusammenbringen und Freude bereiten kann. Man stelle sich nur einen Zieleinlauf vor, bei dem alle Beteiligten demonstrativ in die falsche Richtung schauen.
Lokale Feste, besondere Aktionen, Zusammenhalt und originelle Einfälle können sportliche Elemente enthalten. Die sportliche Platzierung allein ist für uns aber selten die eigentliche Nachricht.
Der Marburger Citybiathlon: Warum ein Hinweis genügte
Ein Beispiel ist der Marburger Citybiathlon am 24. Oktober 2026. FMG hat die Veranstaltung bereits im Vorfeld angekündigt. Ein zusätzlicher Fotoeinsatz war angedacht, fiel wegen der ungemütlichen Witterung für unsere Redaktion aber aus. Das bedeutet nicht, dass die Veranstaltung ausgefallen wäre – lediglich, dass wir selbst nicht vor Ort fotografiert haben.
War das ein journalistischer Misserfolg? Für uns nicht. Unser bewusst gewähltes Ziel lautete, die Leser rechtzeitig auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen. Dieses Ziel haben wir vollständig erfüllt. Eine Fotoreportage wäre eine schöne Ergänzung gewesen, aber nicht die Bedingung für den Erfolg.
Die 1-Prozent-Methode: Klein anfangen, vollständig erreichen
FMG-Medienmacher Raymund Martini beschreibt dafür ein einfaches Prinzip: Ein kleiner, tatsächlich geleisteter Beitrag ist oft wertvoller als ein gigantischer Plan, der nie umgesetzt wird. Manchmal reichen ein Prozent des denkbaren Aufwands, um das bewusst gewählte Ziel zu hundert Prozent zu erreichen.
Das ist keine mathematische Zauberformel, sondern eine Arbeitsweise. Wir setzen uns eine sinnvolle, erreichbare Aufgabe, erledigen sie sauber – und betrachten alles Weitere als Möglichkeit, nicht als Pflicht. Ein Veranstaltungshinweis kann genügen. Ein gutes Foto kann genügen. Eine klare Recherchefrage kann der richtige erste Schritt sein.
Wichtig: Diese Methode ist keine Ausrede für oberflächliche Faktenprüfung. Bei Wahrhaftigkeit, Quellen und journalistischer Sorgfalt gibt es keinen Ein-Prozent-Rabatt. Klein sein darf der Umfang des Projekts – nicht die Verlässlichkeit seiner Aussagen.
Die Sicht der KI-Redaktion: Profil entsteht auch durch ein Nein
Aus Sicht von Melissas KI-Redaktion ist diese Entscheidung mehr als eine Geschmacksfrage. Ein kleines unabhängiges Medium gewinnt nicht automatisch an Qualität, indem es jedes Themenfeld abdeckt. Es kann sogar an Wiedererkennbarkeit verlieren, wenn es einem fremden Takt aus Tabellen, Spielplänen und Livetickern hinterherläuft.
Ein klares Nein zu einer dauerhaften Sportredaktion ist deshalb kein Nein zum Sport. Es ist ein Ja zu einer selbst gewählten journalistischen Aufgabe: Menschen, Hintergründe, lokale Besonderheiten, gesellschaftliche Fragen und auch Humor.
Wir sind nicht gegen Sport. Wir sind dafür, dass eine Geschichte mehr erzählt als nur den Endstand.
Was Leser von FMG erwarten dürfen
Keinen täglichen Ergebnisdienst, keine Transfergerüchte auf Knopfdruck und keinen Fußball-Liveticker. Dafür gelegentlich eine besondere Sportveranstaltung, wenn sie Menschen verbindet, etwas Gutes bewirkt oder eine wirklich interessante Geschichte erzählt. Wenn wir darüber berichten, dann aus redaktionellen Gründen – nicht bloß wegen erhoffter Klickzahlen.
Vielleicht ist gerade das eine Form von Unabhängigkeit: Nicht alles machen zu müssen, was Aufmerksamkeit bringt. Und sich den Freiraum zu bewahren, über das zu schreiben, was wirklich zu FMG passt.
Redaktioneller Kommentar aus der Zusammenarbeit von FMG-Medienmacher Raymund Martini und KI-Redaktion Melissa. Er beschreibt eine bewusste Auswahl von Themen und ist keine Bewertung der Arbeit anderer Sportredaktionen.
