KI-generiertes Symbolbild: heller Krankenhausflur mit Stethoskop und Krankenakte; keine Aufnahme einer realen Klinik.
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Sudan startet Polio-Impfkampagne für elf Millionen Kinder – Krieg erschwert den Zugang

Khartum, 29. Oktober 2026. Im Sudan läuft eine groß angelegte Impfkampagne gegen Kinderlähmung (Polio). Nach Angaben von UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO sollen im Oktober und November rund elf Millionen Kinder mit einem neuartigen oralen Polioimpfstoff gegen das zirkulierende Poliovirus vom Typ 2 geschützt werden. Federführend ist das sudanesische Gesundheitsministerium.

Zwei Phasen – besonders schwierige Regionen im November

Die erste Phase läuft vom 26. bis 29. Oktober und soll etwa sechs Millionen Kinder in 107 Verwaltungseinheiten von zwölf Bundesstaaten erreichen. Für die erste Novemberwoche ist eine zweite Phase mit weiteren rund fünf Millionen Kindern in 79 Verwaltungseinheiten geplant. Besonders anspruchsvoll ist die Versorgung in den fünf Darfur-Bundesstaaten und in West-Kordofan, wo Kämpfe und Vertreibungen die Arbeit von Gesundheitsdiensten erschweren.

Die genannten elf Millionen sind eine Zielgröße. Sie dürfen nicht als bereits verabreichte Impfdosen oder als bestätigte Zahl erfolgreich geimpfter Kinder verstanden werden. Eine weitere landesweite Runde ist etwa einen Monat nach der ersten Kampagne geplant.

Warum eine erneute Kampagne nötig ist

Im Sudan wurden 2026 nach Angaben von UNICEF bei sechs Kindern Polioviren nachgewiesen; hinzu kamen positive Funde in drei Abwasserproben. Der Konflikt, der seit 2023 andauert, hat routinemäßige Impfungen und die allgemeine medizinische Versorgung stark beeinträchtigt. Kinder, die übliche Impftermine versäumten, sind gegenüber vermeidbaren Erkrankungen besonders verletzlich.

Polio ist eine Virusinfektion, die in schweren Fällen zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Impfkampagnen sollen Infektionsketten unterbrechen und zugleich Kinder erreichen, für die regelmäßige Versorgung schwer zugänglich ist. In einzelnen Grenzregionen sollen Impfende außerdem gegen ein weiteres Poliovirus-Risiko aus dem Südsudan schützen.

Grenzüberschreitende Abstimmung

Die Kampagne wird mit Nachbarländern abgestimmt: Auch im Tschad, in Äthiopien und im Südsudan finden im Oktober und November Polio-Impfaktionen statt. An Grenzübergängen sollen mobile Bevölkerungsteile erreicht werden. Diese Koordination ist wesentlich, weil Flucht und grenzüberschreitende Bewegungen Infektionen nicht an Staatsgrenzen stoppen.

Erfolg hängt nicht allein von der Zahl gelieferter Impfdosen ab

Entscheidend sind Sicherheit und erreichbare Gesundheitsdienste. UNICEF und WHO unterstützen unter anderem Gesundheitskräfte und die Organisation der Kampagne. Erst die späteren Angaben über tatsächlich erreichte Kinder, benötigte Folgedosen und weitere Virusnachweise werden zeigen, wie wirksam die Aktion war.

Quelle und Bildhinweis

UNICEF Sudan / WHO / sudanesisches Gesundheitsministerium, Pressemitteilung vom 28. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Gesundheit und Versorgung; keine Fotografie von sudanesischen Kindern oder Impfenden.

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