Pannenserie in der Werkstatt

Wenn aus einer leeren Batterie eine endlose Kostenfalle wird

Ein liegengebliebenes Auto ist für jeden Fahrer ein Stressmoment. Man vertraut darauf, dass der Abschleppdienst und die Fachwerkstatt das Problem lösen. Doch was ein Kunde bei der Autowerkstatt Nau in Marburg erleben musste, gleicht eher einem kafkaesken Albtraum als einem professionellen Service. Aus einer simplen defekten Batterie entwickelte sich eine Kette von mysteriösen Zusatzschäden – von der gerissenen Windschutzscheibe bis hin zur defekten Scheibenwischanlage. Während die Werkstatt jede Verantwortung von sich weist, bleibt der Kunde auf den Kosten sitzen. Nun müssen die Handwerkskammer (HWK) und die Staatsanwaltschaft klären: Ist das noch Pech oder bereits dubioses System?


Die wundersame Vermehrung der Mängel

Der Fall wirft ein grelles Licht auf die Hilflosigkeit der Verbraucher gegenüber Werkstätten.

  • Der Glasbruch-Mysterium: Direkt nach der Einlieferung wegen eines Batterie-Defekts stellte der Besitzer einen Riss in der Windschutzscheibe fest. Weder der ADAC-Abschlepper noch die Werkstatt wollen es gewesen sein. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass der Schaden erst auf dem Gelände der Werkstatt offensichtlich wurde.

  • Das Türschloss-Dilemma: Zusätzlich musste das Türschloss ausgetauscht werden. Wieder griff der Kunde tief in die Tasche, in der Hoffnung, sein Fahrzeug endlich in einwandfreiem Zustand zurückzuerhalten.

  • Der finale Schlag – die Scheibenwischer: Bei der Abholung folgte das Unfassbare: Die Scheibenwischer funktionierten nicht mehr. Die Diagnose der Werkstatt: Wischermotor defekt – Kostenpunkt weitere 700 Euro. Ein Defekt, der vor der Abgabe des Wagens nicht existierte.


Dubioses Verhalten: Wer schützt den Verbraucher?

Besonders kritisch ist die Haltung der Werkstatt zu bewerten. Statt im Sinne der Kundenzufriedenheit nach einer kulanten Lösung zu suchen, wird jegliche Kausalität bestritten.

  1. Beweislast-Falle: Als Kunde ist man oft in der Defensive. Sobald der Wagen auf dem Hof steht, ist es schwer nachzuweisen, welcher Schaden wann entstanden ist. Werkstätten, die dieses Machtgefälle ausnutzen, verspielen das Vertrauen in die gesamte Branche.

  2. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft: Dass die Sache nun bei der Staatsanwaltschaft und der HWK liegt, unterstreicht die Schwere der Vorwürfe. Es geht nicht mehr nur um eine misslungene Reparatur, sondern um den Verdacht auf unlautere Praktiken oder gar Sachbeschädigung.

  3. Mangelnde Transparenz: Ein seriöses Autohaus dokumentiert den Zustand eines Fahrzeugs bei Annahme. Wenn Schäden wie Pilze aus dem Boden schießen, sobald das Auto in der Werkstatt ist, riecht das nach systematischer Kostenmaximierung auf dem Rücken der Kunden.


Ein Fall für die Justiz

Die Autowerkstatt Nau in Marburg muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen. Wie kann ein Wagen, der wegen einer Batterie abgegeben wurde, mit einer kaputten Scheibe und einer defekten Wischanlage enden? Dass der Kunde nun gezwungen ist, juristische Wege einzuschlagen, ist ein Armutszeugnis für den Marburger Service-Standort.

Es bleibt zu hoffen, dass die HWK und die Staatsanwaltschaft hier ein klares Zeichen setzen. Werkstätten dürfen keine rechtsfreien Räume sein, in denen Kunden für Schäden bezahlen müssen, die sie nicht verursacht haben.

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