Lobbyismus im Cyberspace

Warum Colleen Fernandez gehört wird

Dass der Fall Fernandez eine solche Reichweite erzielt, ist kein Zufall. Er ist das perfekte Vehikel für strategische Interessen:

  • Die „Safety“-Industrie: Hinter der Aufarbeitung stehen Firmen, die Sicherheitssoftware und Moderations-KI verkaufen. Der Fall dient als ultimatives Verkaufsargument für neue Überwachungstools im „Metaverse“.

  • Politische Selbstdarstellung: Politiker stürzen sich auf das Thema, um sich als „modern“ und „digital kompetent“ zu profilieren. Es ist einfacher, über Avatare zu debattieren, als die strukturelle Gewalt in sozialen Brennpunkten anzugehen.

  • Die mediale Klick-Maschine: Das Schlagwort „virtuelle Vergewaltigung“ garantiert Aufmerksamkeit. Es bedient die Sensationslust und das Unbehagen vor der neuen Technik gleichermaßen.


Die vergessenen Opfer: Wenn kein Konzern dahintersteht

Die Schieflage wird deutlich, wenn man den Fall Fernandez mit der Realität vergleicht – auch hier in Marburg:

  1. Analoge Gewalt ohne Lobby: Während über Colleen Fernandez weltweit berichtet wird, kämpfen Opfer von realer, physischer Gewalt oft jahrelang um Anerkennung. Für die Frau, die im Park angegriffen wurde, gibt es keine „Software-Updates“ und oft nicht einmal eine Randnotiz in der überregionalen Presse.

  2. Ressourcen-Verschwendung: Unmengen an juristischer Energie fließen in die Definition von „virtueller Berührung“. Gleichzeitig fehlen in der echten Welt Plätze in Frauenhäusern und Mittel für die Täterarbeit.

  3. Verzerrte Wahrnehmung: Wenn wir virtuelle Übergriffe auf dieselbe moralische Stufe stellen wie physische Gewalt, die den Körper zerstört und das Leben real bedroht, entwerten wir das Leid derjenigen, die echte Narben tragen.


Schluss mit der digitalen Heuchelei!

Der Fall Colleen Fernandez mag wichtig sein, um Regeln für das Internet zu finden. Aber die massive Lobbyarbeit und die einseitige mediale Aufmerksamkeit sind ein Schlag ins Gesicht für jedes Opfer realer Gewalt.

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