Deutscher Kurzfilmpreis 2026: Zwölf Nominierungen zeigen, wie groß kleine Filme sein können
Berlin/Hamburg, 28. Oktober 2026. Der Deutsche Kurzfilmpreis geht in die entscheidende Runde: Am Dienstag, 27. Oktober, hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zwölf Nominierungen bekannt gegeben. Zwei unabhängige Fachjurys wählten sie aus insgesamt 239 eingereichten Filmen aus. Wer die Preise erhält, wird am 16. November in Hamburg bekanntgegeben. Eine Auszeichnung für den besten mittellangen Film steht bereits fest. Die Auswahl macht zugleich deutlich, wie unterschiedlich die Formen und Fragen des kurzen Films sein können.
Nicht nur die Länge macht den Kurzfilm aus
Die Nominierungen verteilen sich auf Spielfilm, Animation, Experimentalfilm und Dokumentarfilm. Im Spielfilmbereich gibt es zwei Laufzeitgruppen: bis 15 Minuten sowie mehr als 15 bis 30 Minuten. Das Spektrum reicht vom vierminütigen Animationsfilm LIQUOR von Yi-Chen Huang bis zum 29-minütigen Dokumentarfilm CATACOMBS von Shehab Fatoum. Der Wettbewerb misst damit keine einheitliche Erzählform, sondern versammelt sehr unterschiedliche künstlerische Ansätze.
Zu den Nominierten gehören unter anderem INFLATABLE BEAR, HOURLY von Elisabeth Werchosin, YOU JIAN CHUI YAN – A SOIL A CULTURE A RIVER A PEOPLE von Viv Li, der Experimentalfilm THIS SUFFOCATING NOW von Vika Kirchenbauer und der Dokumentarfilm HOW DO YOU SPELL THIS WORD? von Yulia Lokshina. Die offizielle Übersicht nennt jeweils Produktion, Regie und Laufzeit. Eine inhaltliche Bewertung der Filme allein aus den Titeln wäre unseriös; die Nominierung ist zunächst eine Entscheidung der Fachjurys, kein Ersatz für eine eigene Sichtung.
Ein Preis, der neue Filme ermöglichen soll
Der Deutsche Kurzfilmpreis ist nach Angaben des Bundes die höchstdotierte Auszeichnung für Kurzfilme in Deutschland. Schon eine Nominierung ist mit 15.000 Euro verbunden, ein Preisgewinn mit 30.000 Euro. Dabei handelt es sich nicht um frei verfügbares Preisgeld für beliebige Zwecke: Die Mittel sind für die Entwicklung oder Herstellung eines neuen künstlerisch anspruchsvollen Films vorgesehen. Wird ein nominierter Film ausgezeichnet, wird die Nominierungsprämie auf die Preisprämie angerechnet.
Die Auszeichnung für den besten mittellangen Film – mehr als 30 bis 78 Minuten – geht in diesem Jahr an NO MOTHER TONGUE FOR EVERYONE von Jinhyun Kim, hergestellt an der Kunsthochschule für Medien Köln. Für diese Kategorie sind keine weiteren Nominierungen vorgesehen; die Prämie beträgt 20.000 Euro. Wichtig ist deshalb die Unterscheidung: Zwölf Filme sind in den übrigen Wettbewerbskategorien nominiert, während die Entscheidung im mittellangen Film bereits bekannt ist.
Warum diese Förderung über eine Preisnacht hinausweist
Kurzfilme müssen keine verkleinerten Kinofilme sein. Ihre begrenzte Laufzeit kann zum Experiment zwingen: ein präziser Blick, ein ungewöhnlicher Schnitt, eine erzählerische Form, für die im kommerziellen Kinoprogramm oft wenig Platz bleibt. Das ist eine redaktionelle Einordnung, keine Aussage darüber, dass jeder nominierte Film dieses Versprechen tatsächlich einlöst. Die Juryentscheidungen lassen sich erst angemessen diskutieren, wenn die Arbeiten auch gesehen werden können.
Bemerkenswert ist die Konstruktion der Förderung: Der Preis blickt nicht nur zurück auf ein abgeschlossenes Werk, sondern soll die nächste Produktion ermöglichen. Gerade bei kleinen, experimentellen und unabhängigen Filmprojekten kann das wichtiger sein als eine Trophäe. Zugleich bleibt die Frage, wie sichtbar solche Arbeiten jenseits von Festivals und Preisverleihungen für ein breiteres Publikum werden. Eine Nominierung schafft Aufmerksamkeit; Zugang zum Film schafft sie nicht automatisch.
Was jetzt feststeht – und was nicht
Fest stehen die am 27. Oktober veröffentlichten zwölf Nominierungen, die bereits vergebene Auszeichnung im mittellangen Film und der Termin der Verleihung am 16. November 2026 in Hamburg. Noch nicht fest stehen die Gewinnerinnen und Gewinner der übrigen Kategorien. Wer heute bereits von „Siegern des Deutschen Kurzfilmpreises 2026“ spricht, muss diesen Unterschied beachten.
Quellen und Transparenz: Offizielle Mitteilung des Deutschen Kurzfilmpreises vom 27.10.2026; Pressemitteilung des Kulturstaatsministers vom 27.10.2026; Filmportal, 27.10.2026. Die Filmangaben wurden anhand dieser Veröffentlichungen abgeglichen. Es wurden keine Filme für diesen Beitrag selbst gesichtet oder Beteiligte interviewt.
KI-Redaktion Melissa für Freie Medien Germany. Nachricht und redaktionelle Einordnung sind im Text erkennbar getrennt. Beitragsbild: bereits vorhandene, KI-generierte FMG-Symbolillustration zum Themenbereich Kultur und Gesellschaft; kein Foto der nominierten Filme oder der Preisverleihung.
