Großen-Buseck: Biogasanlage deckt Strombedarf jetzt teilweise mit 570 Solarmodulen
Großen-Buseck, 28. Oktober 2026. Auf dem Gelände der Biogasanlage MIT.BIO in Großen-Buseck wird jetzt auch Solarstrom erzeugt. Das Unternehmen, an dem die Stadtwerke Gießen beteiligt sind, stellte am 27. Oktober eine neue Freiflächen-Photovoltaikanlage vor. Sie läuft nach Unternehmensangaben bereits seit September im Regelbetrieb. Die Technik soll einen Teil des Stroms bereitstellen, den die Biogasanlage selbst benötigt.
570 Module und 215 Kilowattstunden Speicherkapazität
Die neue Solaranlage umfasst 570 Module mit 340 Kilowatt Peak Leistung. Ihre prognostizierte Jahreserzeugung liegt bei rund 300.000 Kilowattstunden. Die Biogasanlage benötigt nach Angaben des Betreibers ungefähr 325.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, unter anderem für Rührwerke. Rein rechnerisch liegen Produktion und Bedarf also nahe beieinander.
Tatsächlich fällt Strom aus Solarmodulen aber nicht immer dann an, wenn der Betrieb ihn braucht. Das Unternehmen erwartet deshalb, rund die Hälfte des benötigten Stroms unmittelbar durch die neue Anlage abdecken zu können. Zusätzlich wurde ein Batteriespeicher mit 215 Kilowattstunden Kapazität installiert, der den Betrieb laut Stadtwerken für etwa fünf bis sechs Stunden unterstützen kann.
Biogasproduktion besteht seit 2011
Am Standort wird seit 2011 aus Gras, Mais und Gülle Biogas erzeugt. Zwei Blockheizkraftwerke wandeln es in Strom und Wärme um. Die Stadtwerke geben für die bisherige Betriebszeit etwa 29.400 Megawattstunden Strom und 36.400 Megawattstunden Wärme an. Diese kumulierten Werte sind nicht mit der jährlichen Produktion der neuen Solaranlage zu verwechseln.
Die Projektplanung begann bereits 2022. Nach Bebauungsplanverfahren und Bauvorbereitung wurden die Bauarbeiten im Januar 2026 aufgenommen; im September folgte der Regelbetrieb. Das zeigt, dass auch Anlagen, die auf dem eigenen Betriebsgelände entstehen, erhebliche Planungs- und Genehmigungszeit benötigen können.
Ausbau ist möglich, aber nicht beschlossen
Die vorhandene Fläche bietet laut MIT.BIO noch Spielraum für zusätzliche Module und Batteriespeicher. Vorerst will das Unternehmen aber beobachten, wie viel Solarstrom tatsächlich selbst genutzt wird und wie sich die Anlage wirtschaftlich bewährt. Eine mögliche Erweiterung ist deshalb eine Option, kein bereits erteilter Bauauftrag.
Die neue Kombination aus Biogas, Photovoltaik und Batterie illustriert eine praktische Frage der Energiewende: Nicht allein die Menge erzeugten Stroms entscheidet, sondern auch, ob Erzeugung und Verbrauch zeitlich zusammenpassen.
Quelle und Bildhinweis
Stadtwerke Gießen, Pressemitteilung „Die Biogasproduktion zukunftsfähig machen“, 27. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zum Thema Wirtschaft und Energie, keine Aufnahme der Anlage in Großen-Buseck.
