KI-generiertes Symbolbild: Silhouetten vor Bürofenstern, Formulare und ein öffentlicher Schalter als Sinnbild für Arbeit und soziale Teilhabe.
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Welttag der Sorgearbeit: UN und ILO rücken 381 Millionen Beschäftigte der Pflege- und Betreuungswirtschaft in den Fokus

Genf/New York, 29. Oktober 2026. Wer ein Kind betreut, alte Menschen pflegt oder Angehörige unterstützt, leistet eine Arbeit, ohne die der Alltag vieler Familien nicht funktionieren würde. Dennoch ist ein großer Teil dieser Tätigkeit gesellschaftlich wenig sichtbar. Die Vereinten Nationen begehen heute den Internationalen Tag der Pflege- und Sorgearbeit (International Day of Care and Support). Das diesjährige Thema richtet den Blick auf nachhaltige Versorgungssysteme und menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

381 Millionen Beschäftigte weltweit

Die Internationale Arbeitsorganisation ILO nennt im Zusammenhang mit der heutigen Veranstaltung etwa 381 Millionen Menschen, die weltweit in der sogenannten Care Economy tätig sind. Rund 65 Prozent davon sind Frauen. Diese Zahl beschreibt bezahlte Beschäftigung in der Sorgewirtschaft. Sie umfasst nicht automatisch die vielen Stunden unbezahlter Sorgearbeit, die Angehörige täglich leisten.

Zur Sorgewirtschaft gehören unter anderem Einrichtungen der Kinderbetreuung, Pflege und weitere unterstützende Dienstleistungen. Je nach Land und Beschäftigungsform unterscheiden sich Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung erheblich.

Niedrige Löhne und fehlende Mitbestimmung

Die ILO verweist darauf, dass Beschäftigte vielerorts geringe Löhne erhalten, unzureichenden sozialen und arbeitsrechtlichen Schutz genießen oder Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Oft fehlen außerdem wirksame Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen gemeinsam zu verbessern.

Die Frage ist nicht allein, ob es genügend Menschen gibt, die diese Berufe ausüben. Sie lautet auch, unter welchen Bedingungen sie ihre Aufgaben dauerhaft und qualifiziert erfüllen können. Ohne verlässliche Arbeitszeiten, Weiterbildung und eine ausreichende Vergütung verlieren Versorgungssysteme an Stabilität.

Unbezahlte Arbeit darf nicht verschwinden

Die Vereinten Nationen betonen ausdrücklich die Bedeutung unbezahlter Betreuungs- und Hausarbeit. Sie kann dafür sorgen, dass Angehörige weniger Zeit für Erwerbsarbeit, Bildung oder Erholung haben. Eine faire Verteilung dieser Aufgaben und öffentliche Entlastungsangebote gehören deshalb ebenso zur Debatte wie die Bedingungen bezahlter Beschäftigter.

Veranstaltung in Genf angekündigt

Für den heutigen 29. Oktober ist in Genf eine ILO-Veranstaltung unter dem Titel „Building sustainable care and support systems through decent work“ angekündigt. Vertreter von Regierungen, Arbeitgebern, Gewerkschaften und internationalen Organisationen sollen diskutieren, wie bessere Arbeit und der Zugang zu guter Betreuung zusammenhängen.

Die Ankündigung ist noch kein Bericht über bereits gefasste Beschlüsse. Welche konkreten politischen Schritte daraus folgen, bleibt offen. Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist die Debatte trotzdem unmittelbar verständlich: Auch hier wirken Personalgewinnung, Arbeitsbedingungen und die Organisation häuslicher Pflege direkt auf den Alltag vieler Familien.

Quellen und Bildhinweis

Vereinte Nationen: International Day of Care and Support 2026; Internationale Arbeitsorganisation ILO, Veranstaltungsprogramm vom 29. Oktober 2026; UN Web TV: Ankündigung zur Care- und Support-Veranstaltung. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu sozialer Arbeit und Teilhabe; kein Bild einer konkreten heutigen Veranstaltung.

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