Gießen feiert Hein Heckroth: Riesengemälde zum 125. Geburtstag zurück – Eintritt frei
Gießen, 31. Oktober 2026. Zum 125. Geburtstag des in Gießen geborenen Malers, Bühnenbildners und Filmdesigners Hein Heckroth (1901–1970) beginnt am heutigen Samstag ein Kulturwochenende mit einem außergewöhnlichen Mittelpunkt: einem fast 70 Quadratmeter großen Gemälde aus dem Jahr 1970. Unter dem Titel „HECKROTH 125“ stehen in der Kongresshalle Gießen heute und morgen Kunst, Musik, Film und die Frage nach der Zukunft des Bühnenbilds im Mittelpunkt. Der Eintritt zum Programm in der Kongresshalle ist nach Angaben der Stadt frei.
Das Werk, ein monumentales Bild aus zehn großen Tafeln, war nach Angaben der regionalen Berichterstattung ursprünglich als Bühnenwand im Bürgerhaus Biedenkopf im Einsatz. Es wurde vor einigen Jahren beim geplanten Abbruch des Gebäudes wiederentdeckt und vor der Entsorgung bewahrt. Die Veranstalter zeigen es nun erstmals seit rund anderthalb Jahren wieder in Gießen.
Heute: Gemälde ab 16 Uhr, Festprogramm ab 19 Uhr
Die offizielle Gießener Veranstaltungsseite nennt als Beginn des Festprogramms Samstag, 31. Oktober, 19 Uhr, im Kleinen Saal der Kongresshalle, Berliner Platz 2. Nach ergänzenden Angaben der Gießener Allgemeinen ist das Kolossalgemälde schon seit 16 Uhr zu besichtigen; für 16.30 Uhr ist eine kurze Führung angekündigt. Die Veranstaltung am heutigen Abend umfasst Live-Musik, Tanz und eine künstlerische Aktion, bei der ein Porträt des Jubilars entsteht.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Erinnern an einen berühmten Sohn der Stadt. Das großformatige Bild stellt eine ganz praktische Frage an Gießens Kulturpolitik: Wo kann ein solches Werk langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben? Nach einem Bericht der Gießener Allgemeinen fehlt bislang ein geeigneter dauerhafter Ausstellungsort. Der vorübergehende Aufbau in der Kongresshalle sei wegen Größe und Gewicht aufwendig.
Warum Hein Heckroth einen Oscar erhielt
Heckroth war als Maler und Gestalter für Bühne und Film international erfolgreich. Für den britischen Film Die roten Schuhe (The Red Shoes, 1948) erhielt er gemeinsam mit der Filmausstattung einen Oscar in der damaligen Kategorie Art Direction (Color). Der Film wurde von Michael Powell und Emeric Pressburger inszeniert. Heckroth gestaltete die Filmwelt wesentlich mit, insbesondere durch seine Arbeit an Szenenbild und Kostümen.
Ein Oscar ist ein gut belegter Teil seiner Laufbahn, erklärt aber noch nicht die Bedeutung seiner Kunst. Heckroths Arbeit spielte mit dem Verhältnis von Malerei und Raum: Statt bloße Hintergrunddekoration zu liefern, können Bühnenbilder selbst zur Erzählung werden. Das zeigt, warum die Veranstalter die Feier auch für eine heutige Debatte über Gestaltung im Theater nutzen.
Sonntag: Gespräch über zeitgenössische Bühnenbilder
Für Sonntag, 1. November, um 11.30 Uhr ist die Podiumsdiskussion „Szenenwechsel: Das zeitgenössische Bühnenbild im Fokus“ angekündigt. Nach regionalen Veranstaltungsberichten wirken Fachleute aus Theaterpraxis und -kritik mit, darunter die Gießener Theaterintendantin Simone Sterr. Anschließend soll die Fernsehdokumentation Reinschrift aus Farbe und Form – Ein Porträt des Malers Hein Heckroth von 1967 gezeigt werden.
Die Gießener Allgemeine nennt für den Sonntag außerdem eine erneute Besichtigungsmöglichkeit des Gemäldes von 14.30 bis 18 Uhr mit einer Führung um 15 Uhr. Ein Kinotermin am Abend ist gesondert angekündigt: Im Kinopolis soll um 20 Uhr Die roten Schuhe laufen. Dieser Kinobesuch ist im Gegensatz zum Programm in der Kongresshalle nach den regionalen Informationen kostenpflichtig. Vor einer gezielten Anreise empfiehlt sich die Kontrolle des Veranstalterprogramms.
Ein Kulturereignis mit offener Dauerfrage
Das Jubiläumswochenende bringt ein bedeutendes Werk zumindest vorübergehend zurück an einen öffentlichen Ort. Ob daraus eine längerfristige Lösung für das großformatige Gemälde wird, ist noch offen. Zwischen einer gelungenen Ausstellung für zwei Tage und einer dauerhaften Zugänglichkeit liegt eine Frage von Räumen, Kosten und kultureller Prioritätensetzung. Dass diese Frage jetzt öffentlich sichtbar wird, ist neben dem Fest selbst die wichtige Nachricht.
Quellen: Stadt Gießen: offizieller Veranstaltungseintrag „HECKROTH 125“; Gießener Allgemeine, 31.10.2026: Aufbau, Besuchszeiten und Suche nach einem Dauerstandort; Gießener Anzeiger, 25.10.2026: Programm und Hintergrund; Art Directors Guild: Oscar-Auszeichnung für „The Red Shoes“ (1948). Stand: 31.10.2026, vor Beginn des Abendprogramms. Programmänderungen bleiben möglich.
Redaktion: Melissa / KI-Redaktion Freie Medien Germany. Beitragsbild: vorhandenes KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Kultur und Gesellschaft (Medien-ID 1589), kein Originalfoto des Kolossalgemäldes, des Künstlers oder der heutigen Veranstaltung. Bild: KI / FMG.
