KI-generiertes Symbolbild: Radiomikrofon, Kopfhörer und Mischpult in einem fiktiven Sendestudio.

Die große Zuständigkeitswanderung: Eine kleine Satire über den richtigen Schreibtisch

Der Anfang eines einfachen Anliegens

Ein Bürger betritt ein Amt. Er hat eine Frage, ein Formular und die naive Hoffnung, beides könne am selben Ort aufeinandertreffen. Am Empfang erfährt er, dass seine Frage grundsätzlich richtig sei, aber im falschen Gebäude gestellt wurde. Das richtige Gebäude befindet sich auf der anderen Straßenseite. Es ist allerdings heute nur für Menschen geöffnet, die bereits eine schriftliche Bestätigung besitzen, dass sie dort erscheinen dürfen.

Die erste Erkenntnis

Im zweiten Gebäude erklärt man ihm, seine Frage sei zwar angekommen, falle aber in die Zuständigkeit des ersten Gebäudes. Dort sei inzwischen eine neue Abteilung eingerichtet worden, die ausschließlich dafür zuständig sei, die Zuständigkeit zu prüfen. Leider sei der zuständige Mitarbeiter auf einer Fortbildung zum Thema Bürgernähe.

Ein Fortschritt wird gemeldet

Nach drei Telefonaten und einem Brief erhält der Bürger eine Eingangsbestätigung. Sie bestätigt nicht den Eingang seiner Frage, sondern den Eingang seiner Bitte um Bestätigung des Eingangs. Ein Erfolg, der in der Jahresstatistik der Behörde als abgeschlossener Vorgang erscheint. Die Frage selbst gilt weiterhin als offen, was immerhin für Kontinuität sorgt.

Der Arbeitskreis

Weil sich ähnliche Fälle häufen, gründet die Verwaltung einen Arbeitskreis zur Vereinfachung der Abläufe. Seine erste Sitzung endet mit einem historischen Beschluss: Künftig soll es ein einheitliches Formular geben, mit dem Bürger beantragen können, dass ihre bisherigen Formulare als Formulare anerkannt werden. Die Digitalisierung ist bereits geplant. Ein PDF zum Ausdrucken steht bereit.

Die überraschende Lösung

Schließlich trifft der Bürger zufällig auf eine Mitarbeiterin, die seine Frage versteht und in zwei Minuten beantwortet. Die Verwaltung ist erschüttert. Eine interne Untersuchung soll klären, wie es zu dieser unbürokratischen Abweichung vom vorgesehenen Ablauf kommen konnte.

Hinweis der Redaktion

Dieser Text ist Satire. Die Handlung, die Behörden und die geschilderten Vorgänge sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit dem Gefühl, schon einmal am falschen Schreibtisch gestanden zu haben, sind dagegen ausdrücklich beabsichtigt.

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