Malaria-Impfstoff soll rund 40 Prozent günstiger werden: UNICEF und Gavi erwarten 50 Millionen Dollar Ersparnis
Kopenhagen/Genf/New York, 29. Oktober 2026. UNICEF und die Impfallianz Gavi haben eine Vereinbarung zur Senkung des Preises für den Malaria-Impfstoff RTS,S/AS01 bekanntgegeben. Nach ihrer Mitteilung vom 22. Oktober könnte eine Dosis künftig nur noch 5,50 Euro kosten – rund 40 Prozent weniger als bisher. Zwischen 2027 und 2029 rechnen die Partner mit Einsparungen von etwa 50 Millionen US-Dollar.
Mehr Kinder schützen – sofern die Bedingungen erfüllt werden
Die Vereinbarung sieht vor, dass die niedrigeren Preise voraussichtlich ab Anfang 2027 wirksam werden. Dazu müssen jedoch wichtige regulatorische und produktionstechnische Meilensteine erreicht werden. Besonders nennt UNICEF die erforderliche WHO-Präqualifizierung einer neuen Produktionsstätte. Erst wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, soll UNICEF dort Impfstoffdosen beschaffen.
Die Organisationen schätzen, dass die Einsparungen rechnerisch die vollständige Impfung von bis zu einer Million weiteren Kindern ermöglichen könnten. Alternativ ließen sich die frei werdenden Mittel für andere Impfprogramme nutzen. Diese Wirkung ist eine Prognose – kein Bericht, dass bereits eine Million zusätzliche Kinder geimpft worden wären.
Finanzierungsmodell und Lieferketten
Finanziell abgesichert wurde die Vereinbarung unter anderem durch eine Vorauszahlung der International Finance Facility for Immunisation (IFFIm). Gleichzeitig wird die Herstellung des Impfstoffs auf einen Produzenten in einem Entwicklungsland übertragen. UNICEF und Gavi wollen damit Produktionskapazitäten und den Wettbewerb auf dem Impfstoffmarkt stärken.
Seit dem Beginn der breiteren Einführung von Malaria-Impfstoffen 2024 hat UNICEF nach eigenen Angaben mehr als 74 Millionen Dosen beschafft und ausgeliefert. Mit Unterstützung von Gavi sind die Programme inzwischen Teil der Routineimpfungen in 25 afrikanischen Ländern. Die Versorgung muss jedoch nicht nur bezahlbar sein: Herstellung, Lagerung, Transport und verlässliche Gesundheitsdienste sind ebenfalls entscheidend.
Warum der Bedarf groß ist
Malaria gehört weiterhin zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten für kleine Kinder. Für 2024 nennt UNICEF unter Berufung auf internationale Schätzungen weltweit etwa 282 Millionen Fälle und 610.000 Todesfälle, den weitaus größten Teil davon in Afrika. Impfungen sind ein zusätzlicher Schutz, ersetzen aber keine imprägnierten Moskitonetze, wirksame Behandlung, Vorbeugungsmaßnahmen und rasche Diagnosen.
Preisnachlass ist erst der Anfang
Entscheidend wird sein, wann die neue Produktion zugelassen und welche Mengen danach tatsächlich geliefert werden können. Auch die Finanzierung der nationalen Impfprogramme bleibt wichtig. Eine niedrigere Rechnung für eine Impfdosis bringt erst dann den gewünschten Nutzen, wenn Kinder vor Ort Zugang zur vollständigen Impfserie erhalten.
Quelle und Bildhinweis
UNICEF und Gavi, gemeinsame Mitteilung vom 22. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Gesundheit und Versorgung; keine Aufnahme von geimpften Kindern oder einer Impfkampagne.
