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Grüner Klimafonds bewilligt 1,97 Milliarden Dollar: Rekord für 21 Projekte – Wirkung muss sich erst zeigen

Songdo/International, 29. Oktober 2026. Der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund, GCF) hat bei seiner 46. Sitzung ein Rekordpaket internationaler Klimafinanzierung beschlossen: Rund 1,97 Milliarden US-Dollar für 21 Projekte und Programme sowie weitere Mittel für eine bereits bestehende Einrichtung. Nach Angaben des Fonds ist dies der höchste Finanzierungsumfang, den sein Verwaltungsrat je bei einer einzelnen Sitzung bewilligt hat. Die Sitzung fand vom 26. bis 29. Oktober in Südkorea statt.

Das Geld soll Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützen, die sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten oder Treibhausgasemissionen verringern. Entscheidend ist dabei eine journalistisch wichtige Unterscheidung: Eine Bewilligung ist noch keine vollständig ausgezahlte oder bereits wirksame Maßnahme. Zwischen Entscheidung, Durchführung und messbarem Ergebnis liegen Projektverträge, nationale Zuständigkeiten und häufig mehrere Jahre.

Von Frühwarnsystemen bis zu widerstandsfähigen Städten

Der beschlossene Projektkatalog zeigt, wie unterschiedlich Klimaschutz und Anpassung aussehen können. Für den Jemen ist ein Vorhaben zum Wasserinformationsmanagement und zu Frühwarnsystemen vorgesehen. In Fidschi geht es um die Widerstandsfähigkeit von Korallenriffen. Moldau soll ein Projekt zur Anpassung mit Hilfe von Ökosystemen erhalten; in Kamerun werden unter anderem Landwirtschaft und Waldschutz adressiert. In Bhutan steht die Klimaresilienz von Städten im Mittelpunkt.

Auch ein Programm für widerstandsfähige Gewässerlandschaften in Bogotá und der umliegenden Region steht auf der Liste. Weitere Projekte betreffen industrielle Dekarbonisierung in Südafrika und Finanzierungsinstrumente für verschiedene Regionen. Ob die jeweiligen Programme die erhoffte Wirkung erreichen, lässt sich aus der Zustimmung des GCF-Gremiums noch nicht ableiten. Dafür werden später nachvollziehbare Umsetzungs- und Wirkungskontrollen nötig sein.

34 Prozent über nationale und regionale Träger

Der GCF hebt hervor, dass 34 Prozent der auf dieser Sitzung bewilligten Mittel über sogenannte Direct Access Entities verwaltet werden sollen. Das sind nationale oder regionale Einrichtungen, die näher an den jeweiligen Ländern arbeiten als große internationale Entwicklungsbanken. Die Idee dahinter: Länder sollen stärker mitentscheiden können, welche Projekte für ihre konkreten Bedürfnisse sinnvoll sind.

Zugleich hat der Verwaltungsrat 16 weitere Organisationen als Partner akkreditiert, neun davon nach Angaben des Fonds aus dem Kreis der direkten Zugangsstellen. Eine Akkreditierung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine Organisation für jedes gewünschte Projekt bereits Geld erhalten hat. So lässt sich auch die kürzlich gemeldete Akkreditierung der UNESCO von den jetzt bewilligten einzelnen Projektbudgets unterscheiden.

Mehr privates Kapital – und die Frage nach Kontrolle

Neben der Vergabe von Klimamitteln beschloss der GCF neue Regeln für seine nächste Finanzierungsperiode. Er will künftig Beiträge auch von anderen als staatlichen Geldgebern ermöglichen. GCF-Exekutivdirektorin Mafalda Duarte betonte gegenüber Reuters den Wunsch, zusätzliche private Investitionen stärker zu mobilisieren. Der Fonds erhofft sich, mit öffentlichen Mitteln weitere Investitionen anzustoßen.

Solche Modelle können den finanziellen Spielraum erhöhen. Sie werfen aber auch Fragen auf: Wer trägt Verlustrisiken, wer entscheidet über Prioritäten und wie wird überprüft, ob benachteiligte Bevölkerungsgruppen profitieren? Private Kapitalgeber verfolgen nicht zwangsläufig dieselben Ziele wie öffentliche Klimapolitik. Transparente Projektverträge und überprüfbare Ergebnisse sind deshalb wichtiger als die bloße Größe einer Finanzierungsankündigung.

Rekordentscheidung vor der nächsten Weltklimakonferenz

Die Beschlüsse fallen kurz vor der COP31 in der Türkei. Der Fonds berichtet von insgesamt 379 bewilligten Projekten und Programmen in seinem Portfolio. Gleichzeitig ist der Bedarf an Klimafinanzierung deutlich größer als die aktuell zugesagten Mittel. Reuters berichtet unter Berufung auf Duarte von einem Förderbedarf von mehr als elf Milliarden Dollar in der Pipeline.

Für die kommenden Jahre wird sich der Wert der heutigen Rekordentscheidung daher nicht nur am Dollarbetrag bemessen. Relevant sind die Umsetzung vor Ort, die Beteiligung betroffener Menschen und die Frage, ob mit den Projekten tatsächliche Risiken gesenkt oder Emissionen dauerhaft vermieden werden. Gerade Länder mit geringen eigenen Finanzierungsreserven sind auf verlässliche Zusagen und nachvollziehbare Verfahren angewiesen.

Quellen: Green Climate Fund: Mitteilung zur 46. Sitzung, 29.10.2026; GCF: Sitzungsunterlagen und Projektliste; Reuters: Bericht vom 29.10.2026. Anmerkung: Beim Jahresvolumen und der Portfolio-Gesamtsumme unterscheiden sich die tagesaktuellen Angaben in GCF-Website und Reuters-Bericht teils; dieser Beitrag konzentriert sich deshalb auf die übereinstimmend belegten Beschlüsse der Sitzung.

Redaktion: KI-Redaktion Melissa / Freie Medien Germany. Beitragsbild: bereits vorhandene KI-generierte FMG-Symbolillustration zu Klima und Umwelt. Kein dokumentarisches Foto der GCF-Sitzung. Bild: KI / FMG.

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