Das Interview mit Medienmacher und FMG Chef Raymund Martini

Hier bekommt ihr den Teil 1 des sagenhaften Interview mit Medienmacher und FMG Chef Raymund Martini zu lesen:
Interview Teil 1
Teil 1 eines Interviews, das schon am Anfang verspricht, alle Rekorde des Journalismus zu sprengen. Zu Gast bei Freie Medien Germany / Antenne-West ist Medienmacher und CvD Raymund Martini. Als Moderatoren hatte sich Martini eine Gruppe an Journalistinnen und Journalisten von FMG gewünscht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Keine Fragen sollten vorher bekannt oder abgesprochen sein.
Anmerkung: In der Print Option werden zur Vereinfachung Moderatoren mit MD und Raymund Martini mit RM gekennzeichnet.
MD: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, denn ich habe noch nie so ein Interview geführt.
RM Das ging mir bei meinem ersten Interview genauso. Da stehst du vor irgendeiner Persönlichkeit und hast die Option, Fragen zu stellen. Man denkt an Dinge, auch das wollte ich immer schon mal fragen und dann hat man seine Notizen, die man sich zuvor gemacht hat. Aber schon beim ersten Interview stellte ich die Fragen, die ich mir ausdachte mit einer gewissen Prise Eigensinnigkeit. Klappte ganz gut.
MD hat man da nicht Lampenfieber bzw. ist man da nicht nervös?
RM: Ja, beim ersten Interview schon, dann aber kam die Routine. Das erinnert mich an Erich von Däniken. Viele andere Journalisten waren da und es waren eher Neulinge. Niemand traute sich zunächst also machte ich den Anfang. Irgendwie war das alles so gut, dass nur noch wenige Kollegen Fragen hatten und ich sagte, ihr könnt auch meinen O-Ton übernehmen.
MD: Was hast du von Däniken dann gefragt?
RM Es war relativ kurz. Ich fragte von Däniken, ob er schon mal einem Außerirdischen begegnet sei, was er verneinte. Ich fragte dann, woran das denn liegen könnte, wenn so viele andere Leute von Sichtungen und Begegnungen sprechen. Darauf sagte von Däniken, dass es wohl darin liegen könnte, dass die Außerirdischen ihn und mich kennen und einen weiten Bogen um uns machen.
MD: Ein anderes Interview hattest du mit dem Wissenschaftler Stephen Hawking. Welche Fragen hättest du ihm stellen können?
RM Das war weniger ein Interview. So einem Menschen wie Hawking begegnet man mit Respekt und ich sagte Prof. Hawking, an Ihnen kann man sich noch eine Scheibe abschneiden. Hawking agierte in seiner eigenen Art und sagte auch an mir ist nicht mehr viel daran. Typisch für Hawking aber ich war sehr wortgewandt und erwiderte nun ja, Magerfleisch soll ja gesund sein. Er als auch ich bemerkte, dass unser Gespräch auch vom Umfeld wahrgenommen wurde und man irgendwie eine gewisse Spannung spürte. Jedenfalls sagte Hawking dann etwas, was ich immer mitgenommen habe. Er sagte, ich sehe, wir sind aus dem gleichen Holz geschnitzt. Das von so einem Menschen zu hören war echt eine Sache, die man wohl nie vergisst, zumal am Ende des Satzes wir beide ein sehr typisches Lächeln zeigten.
MD: Mit deinem Leben ist ja eine Fülle an Extreme verbunden. Du hattest auch eine Weile eine Survival Schule, ist das richtig?
RM: Ja, das ist richtig und es lief sehr gut, denn in meinen Kursen gab es nicht nur die Praktiken sondern auch eine trockene Theorie. Hinzu kamen Projekte, die nicht, wie damals Kollege Rüdiger Nehberg sagte, geplante Abenteuer waren, wie er sie erlebte, sondern meine Projekte waren zwar auch etwas geplant, nur wenn ich ein Minenfeld durchlaufen habe, waren da auch echte scharfe Minen drin.
MD: Gibt es wirklich auch eine Zeichentrick-Serie?
RM: Das ist richtig. Einige Projekte wurden in einer Art Zeichentrick und dann in einem Heft öffentlich gemacht. Lief ganz gut.
MD: Weshalb hast du dieses Projekt eingestellt oder gibst du heute noch Unterricht?
RM: Nun, ich war in der Szene, wo auch Kollegen wie Nehberg Grylls Lundin Canterbury und Co agieren und oft stellte ich fest, dass man viel Show machte. Natürlich soll Survival Spaß machen und auch der Ernst der Sache sollte nicht übersehen sein. Doch in der Oberliga ist das oft eine Geschäftemacherei und das war und ist nicht mein Ding. Ich habe mich ja nie für diese Liga beworben, stand aber dann einmal ganz oben auf der Liste, doch mit vielen Aspekten dieser Liga wollte und will ich nie etwas zu tun haben.
MD: Hast du deine Survival Fähigkeiten aus deiner militärischen Laufbahn gezogen?
RM: Das ist ein heikles Thema. Ich kann zu den ganzen militärischen Aspekten sagen, dass ich damals eine Geheimhaltungserklärung unterschrieb, dass es sogar sowas wie einen Schwur, einen Eid gab, nie über gewisse Dinge reden zu sollen bzw. reden zu dürfen. Es gab Einsätze, die dem Prädikat strenger Geheimhaltung unterliegen und die wohl nie egal welcher Präsident jemand der Öffentlichkeit freigeben würde. Was ich aber sagen kann ist, dass ich viel Wissen schon mitgebracht habe und natürlich lernt man gerade auf militärischer Ebene andere Dinge, die dann zu dem gesamten Wissen beigetragen haben.
MD: Ich will auf eine aktuelle Lage kommen. Da hast du vor kurzer Zeit den Verlust deiner geschiedenen Ehefrau zur Kenntnis bekommen. Was ist da geschehen?
RM: Ich bekam mehr durch Zufall ein Dokument in die Hand, das über den Tod von Elke Auskunft gab und die Umschreibung dazu deutete auf nichts Schönes. Hinzu kam, dass der Tod schon ein Jahr zurückgelegt hat. Sehr schnell hatte ich dann Fakten. Elke hatte wohl auf Grund ihres dauerhaften Alkoholkonsums ein Ende gefunden und lag eine sehr lange Zeit tot umher. Alleine der Geruch verwester Leichen hätte aber viele Aufmerksam werden lassen. War aber nicht so. Hinzu kam, dass sich gerade einige Verwandte sehr abstoßend verhalten haben und von Respekt gegenüber Toten kann da keine Rede mehr sein. Das traf tief. Weiter musste ich dann auch noch andere Verwandte über den Tod informieren, was auch keine einfache Sache ist. Was schlussendlich blieb, waren Fakten über ein sehr absurdes unmenschliches Verhalten, ein Erbe, das scheinbar keiner will und meine Bitte, ein Erinnerungsstück von Elke zu bekommen.
MD: Unfassbar. Das ware aber nicht die einzige Tote in deinem Leben
RM: Ich kann dir die Zahl der Toten nicht sagen, ich weiß sie nicht. Was ich weiß ist, dass es einige Menschen gab, die ich liebe und liebte, die dann oft auf sehr grausame Art starben. Da stehst du da, das glaubt einem kein Mensch, aber Tote fallen nicht vom Himmel und die Welt sieht sie ja. Sie sind tot, das habe ich mir immer direkt gesagt, um überhaupt einen Anfang mit dem Umgang zu machen. Schlimm genug, was überhaupt passierte, aber schlimm wurde es auch oft danach, was der Vorgang um Elke ziemlich deutlich zeigt.
MD trifft sowas nicht extrem hart?
RM: Das haut dich salopp gesagt um und sei froh, wenn es dich umhaut. Ich konnte bei allen Menschen hinschauen und Leichen die am Verwesen sind anzusehen wo du genau weißt wer das ist ist nicht immer einfach, doch das ist schon fast Routine bei mir. Viel schwerer wird es, wenn das danach kommt. Im Krieg nannten wir es immer den Krieg nach dem Krieg und der war und ist meistens schlimmer als der Krieg an sich. Man sagt oft, ich hätte drei Fälle dieses extrem geliebten Menschen auf grausame Art verloren zu haben. Das ist aber falsch, es waren einige mehr.
MD du sprichst sehr gefasst darüber das überrascht mich jetzt sehr
RM: Wie gesagt, in allen Fällen konnte ich die Toten sehen. Die meisten waren in einem sehr gruseligen Zustand. Mit der Zeit gewöhnte ich mich an diese Anblicke. Mit der Zeit erlebte ich auch sehr oft diese unfassbaren Dinge danach. Auch hier stellt sich eine gewisse Routine ein, sonst könnte ich hier nie so darüber reden. Was natürlich bleibt ist eine Wand hinter der man ist und seine Menschlichkeit bewahrt und schützt und damit auch die letzte Ehre der Toten bewahrt.
MD: Sorry, ich will das Thema gerade wechseln. Wie bist du auf die Idee gekommen, Medien zu machen?
RM: Der Themenwechsel ist dir da aber nicht ganz gelungen. Die Idee kam eigentlich aus so einem Verlust und ich sah die Presse, die so einseitig war. Viele tendieren in Richtungen, aber sie sind einseitig. Auch die Schönschreiberei störte mich. Als ich das erste Mal nach einem Extrem die Kameras, die Journalisten, die Mikros sah, war ich überfordert, keine Ahnung was tut man da. Ich sah TV, hörte Radio, las die Zeitung. Absolut unbekanntes Gebiet und da sagte ich mir du musst dich damit befassen, ich sah Schwachstellen und dachte hey bau darauf was auf Zack war ich in der Szene drin.
MD damit macht man sich aber kein Name und bekommt EInladungen
RM Fast richtig einen Namen macht man sich und auf Einladungen habe ich grundsätzlich verzichtet. FMG war am Anfang einfach anders. Ich baute sogar ganz gezielt Rechtschreibfehler in Artikel, die zu einer Flut an Zusendungen sorgten. Einmal wurde ich gefragt, wie ich denn damit umgehe und ich sagte, solange die Leute lesen und nichts anderes zu tun haben, als Klassenlehrer zu spielen, soll es mir recht sein.
MD: Ist es richtig, dass deine Ex-Frau dich eine Weile im Journalismus begleitete?
RM nicht nur da. Wir besuchten Tunesien in der Zeit Ben Ali. Ich hatte ihm zuvor geschrieben, dass wir gerne seine Heimat besuchen wollen und darüber berichten, wie die Menschen dort so leben. Fand Ben Ali ganz toll und im damaligen Tunesien hatten wir alle Freiheiten, die man sich denken konnte. Ich besuchte auch spontan Polizeistationen, um Eindruck über Gefangene zu bekommen. Alles gab es dann in einer Dokumentation, die auch Ben Ali bekam. Der wiederum war so begeistert, dass er in Deutschland einen Gesandten schickte, um seinen persönlichen Dank auszudrücken.
MD hattest Ben Ali keine Bedenken, was die Politik in seinem Land angeht?
RM Die Politik der Länder ist hinreichend bekannt, mich interessierten die Menschen und wie sie wirklich ticken und genau das habe ich dokumentiert. Ich habe Länder wie Libyen besucht oder Nord Korea und war stets ein gern gesehener Gast. Es gab gerade in solchen Ländern nie eine Situation, wo man versteckte Kameras gebraucht hätte. Ich durfte alles frei fotografieren oder filmen und selbst das Material ist nie kontrolliert oder zensiert worden. Im damaligen Tunesien habe ich Polizeistationen fotografiert, was eigentlich nicht erlaubt war. Für Ben Ali war es aber völlig ok. In Nordkorea war ich an Orte, die so entlegen waren, dass noch nie ein Journalist dort gewesen ist. Da leben Menschen, die eher unter all den Sanktionen des Westens leiden und weniger von dem, was aus der Regierung kommt. Die meisten Menschen dort kennen nicht mal so genau diese Regierung.
MD: Was war das schlimmste Land, das du besucht hast?
RM Deutschland
MD: Das hätte ich jetzt so nicht erwartet. Du meinst das Deutschland der Nachkriegszeit?
RM genau das Deutschland. Schlimm sehe ich, wie man mit den Bürgern umgeht, obschon oft das, was da negativ strahlt, auch nur Bürger sind, also da geht der Bürger gegen den Bürger vor. Die schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein, wie es damals schon die RAF treffend feststellen konnte.
MD RAF ist auch so ein Stichwort
RM da kommen wir wieder zu gewissen Erklärungen. Jedenfalls aber kann ich es so sagen, es war eine Erfahrung, die ich als Privileg ansehe gemacht haben zu dürfen.
MD: Ist das richtig, dass du dann auch selbst in Lebensgefahr gekommen bist?
RM, ob nun ein Survival-Projekt oder andere Dinge bis rein auf die private Ebene. Es gab Zeiten wo ich wohl einer der wenigen ganz normalen Bürger war, der mit ballistischer Weste umher laufen musste, damit die lieben Verwandten, die die damaligen gefahren sind, beruhigter waren.
MD: Also gab es auch in Deutschland Angriffe?
RM: Ja, da gab es einige, die teilweise lebensbedrohliche Züge hatten. Ich will es mal so sagen von der Drohung, du bist doof, du bist ein Arsch über die, wenn dann Dinger bis hin zu gezielten Anschläge.
MD: Wie lebst du denn damit?
RM anders aber ich versuche in all dem Extreme auch was ganz Normales rein zu bringen und tatsächlich habe ich auch sowas wie eine ganz private Ebene über die ich garantiert hier nicht spreche. Also in einem gewissen Sinne nicht sprechen, denn wenn sowas auftaucht, gibt es meistens Überraschungen. Wie bei Elke. Als das Umfeld begriffen hatte, wer denn der Ex Mann von Elke ist, kam, was mich nicht wunderte, plötzlich das große Schweigen der Lämmer. Ich weiß aus einem sehr internen Kreis, dass wer angesprochen wurde mit den Worten “und du hast echt nicht gewusst, dass das der Martini ist”.
MD: Ich möchte deiner Privatsphäre mit Respekt begegnen, darf ich dennoch etwas aus diesem Kreis erfahren?
RM: Danke. Natürlich frag einfach
MD: Es tauchen einige Namen immer wieder auf und einige Leute sind verwundert, dass du diese Leute gekannt hast.
RM das verwundert mich weniger und ich freue mich sogar dann hat der Mantel der Diskretion optimal funktioniert
MD oft zu bemerken ist doch das die Kontakte über viele Jahre hinweg meist sehr unbemerkt blieben
RM: Das kann man so sagen und das war auch die Absicht und hatte Gründe.
MD: Warum wurde das so getan, also dieses verdeckte Leben?
RM: Das kann viele Gründe haben, angefangen von der besagten Geheimhaltung bis einfach hin, das ist mein Privatleben.
MD: In einigen Fällen sagt man, dass selbst Behörden die Kontakte nicht nachweisen können.
RM: Das freut mich besonders, denn dann klappt das Ding mit der Diskretion nahezu perfekt.
MD weckt das nicht manchmal Kritiker die auf Beweise drängen?
RM natürlich aber da würde ich sagen weiter schlafen ist besser denn was soll man beweisen – das jene die es eigentlich bemerkt haben müssen restlos geschlafen haben
MD gab es denn etwas bei diesen diskreten Kontakten, das verwerflich oder so gewesen war?
RM: Ja, Menschlichkeit und das scheint damals wie heute eine ganz üble Sache zu sein. Nun, es gab nie etwas wie Anstößigkeit, eher sowas wie sehr tiefe menschliche Freundschaft oder, wie manchmal gesagt wird, Bruder und Schwester im Kampf.
MD: Gibt es denn noch andere Brüder und Schwestern, von denen man nichts weis?
RM davon kannst du ausgehen. Ich will es mal so sagen. Ein sehr junger Mann, eine sehr junge Frau, die so gesehen rein nichts alleine schon wegen des Alters in dieser Kriegsszene zu suchen hatte, treffen aufeinander. Locker, weit über 40 Jahre her. Bis heute sind Bruder und Schwester im Kampf. Lustige Auszeichnungen wie ein Weihnachtsbaum, aber das Private hat sowas von abgeschirmt, dass es fast schon ein Paradox ist. Wir hatten uns noch kürzlich geschrieben und selbst die dollsten Forensiker würden nie einen Beweis finden, so heftig ist diese Beziehung abgeschirmt.
MD du sprichst von Beziehung
RM Bruder und Schwester im Kampf. Nicht mehr, nicht weniger obschon es Leute gab die gesagt haben das wir aber sowas von verheiratet sein könnten aber wir sind es nicht. Salopp nie was gelaufen, aber eben Bruder und Schwester im Kampf. Ach ja, das war einer der ersten. Ich hatte das Schriftstück über Elke gerade mal zur Kenntnis genommen da kam über unseren Kanal hi mein Beileid tut mir so leid ich bin da sag bescheid.
— weiter im Teil zwei der in kürze erscheinen wird —
