Symbolbild, KI-generierte Illustration zum Themenbereich klima umwelt wetter.
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Naturschutz mit Zertifikaten? EU startet bei COP17 neue internationale Initiative

Eriwan/Brüssel, 28. Oktober 2026. Die Europäische Union will mehr privates Geld für den Schutz und die Wiederherstellung von Natur mobilisieren. Auf der UN-Biodiversitätskonferenz COP17 in Eriwan wurde dafür eine internationale Initiative mit dem Namen Friends of Credits for Nature and Biodiversity vorgestellt. Die EU-Kommission berichtete am Mittwoch über den Start am Vortag.

Was sind Naturgutschriften?

Der Grundgedanke: Wer nachweisbar Lebensräume erhält, beschädigte Ökosysteme wiederherstellt oder biologische Vielfalt fördert, könnte für diese Leistung eine handelbare oder anderweitig finanzierbare Anerkennung erhalten. Landwirte, Waldbewirtschaftende und andere Flächenverantwortliche wären damit mögliche Empfänger zusätzlicher Mittel. Solche Gutschriften werden auch als Nature Credits bezeichnet.

Noch ist damit weder ein fertiger europäischer Markt noch ein allgemeiner Rechtsanspruch geschaffen. Nach Angaben der Kommission handelt es sich bei der neuen Gruppe zunächst um eine informelle, staatlich getragene Zusammenarbeit. Länder sollen Erfahrungen austauschen und glaubwürdige Verfahren entwickeln. Neben Frankreich und Peru beteiligen sich unter anderem Finnland, die Niederlande, Botswana, Kanada, Japan und Neuseeland.

Die entscheidende Frage ist nicht der Name, sondern der Nutzen

Naturschutz lässt sich nicht ohne Weiteres auf eine einzige Zahl verkürzen. Ein gesunder Wald, ein renaturiertes Moor und der Schutz einer gefährdeten Art erfüllen unterschiedliche Funktionen. Ein glaubwürdiges Zertifikat müsste deshalb nachvollziehbar machen, was zusätzlich erreicht wurde, wie lange die Wirkung anhält und wie sie unabhängig überprüft wird. Ohne solche Anforderungen drohen Doppelerfassung und ein grünes Etikett für Maßnahmen, die ohnehin erfolgt wären.

Die Kommission verweist auf ihre bereits im Juli 2025 vorgestellte Roadmap, in der Pilotprojekte, wissenschaftliche Verfahren und Konsultationen vorgesehen sind. Private Mittel sollen öffentliche Finanzierung und Regulierung ergänzen – nicht einfach ersetzen.

Wie es weitergeht

Die internationale Kooperation soll nach der COP17 fortgesetzt werden. Für den 18. November ist nach EU-Angaben ein weiterer Austausch im Umfeld der Klimakonferenz COP31 vorgesehen. Auch eine gemeinsame Erklärung der beteiligten Regierungen ist geplant. Ob aus den Gesprächen dauerhaft wirksame Naturschutzfinanzierung entsteht, wird sich erst an überprüfbaren Projekten zeigen.

Quelle und Transparenz

Quelle: Europäische Kommission, Generaldirektion Umwelt, Meldung vom 28. Oktober 2026. Die Fragen nach Wirksamkeit, zusätzlichem Nutzen und Kontrolle sind journalistische Einordnung; sie sind keine Behauptung über bereits nachgewiesenen Missbrauch dieser neuen Initiative.

Beitragsbild: KI-generiertes Umwelt-Symbolbild aus dem FMG-Archiv; keine Aufnahme der Konferenz.

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