Marburger Forschung: KI soll Mini-Organe aus dem Labor besser auswerten
Marburg, 28. Oktober 2026. Künstliche Intelligenz soll künftig die Auswertung von Organoiden erleichtern. Das sind dreidimensionale Miniaturmodelle von Organen, die Forschende im Labor züchten. Die Philipps-Universität Marburg beteiligt sich dazu am Projekt SCOPE-AI mit Helmholtz Munich und dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft stellt nach Angaben der Universität rund 330.000 Euro bereit.
Das Kernproblem sind gute Trainingsdaten
Organoide können helfen, Krankheiten und die Wirkung von Substanzen zu erforschen. Doch die Analyse der Mikroskopiebilder ist oft Handarbeit. Für zuverlässige automatische Analysen braucht die KI gut dokumentierte Bilder mit fachlich markierten Zellstrukturen. SCOPE-AI will dafür drei offen zugängliche Datensätze schaffen. Hinzukommen sollen Basismodelle, Werkzeuge zur Kennzeichnung und nachvollziehbare Arbeitsabläufe.
Lungen und Nieren im Fokus
Die Marburger Forschungsgruppen von Prof. Dr. Mareike Lehmann und Prof. Dr. Thomas Worzfeld beschäftigen sich insbesondere mit Lungen- und Nierenorganoiden. Ziel ist, das Verhalten, die Entwicklung und die Organisation von Epithelzellen genauer zu erfassen. Forschende aus anderen Einrichtungen sollen die Ergebnisse über offene Dateninfrastrukturen nachnutzen können.
Forschung – noch keine Behandlung
Das Projekt ist ein Schritt zur Verbesserung wissenschaftlicher Methoden. Ein bereits klinisch zugelassenes KI-Diagnoseverfahren oder eine neue Behandlung wird damit nicht vorgestellt. Ob ein Verfahren später im Gesundheitswesen eingesetzt werden kann, hängt von unabhängiger Prüfung und nachgewiesenem Nutzen ab.
Quelle
Quelle: Philipps-Universität Marburg, Mitteilung vom 28. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes Technik-Symbolbild aus dem FMG-Archiv, keine Aufnahme des Forschungsprojekts.
