Gießen: Baumfällungen ab November angekündigt – betroffen sind auch Parks und Friedhöfe
Gießen, 28. Oktober 2026. Ab November beginnt das Gartenamt der Stadt Gießen mit den Baumfällarbeiten für die Saison 2026/2027. Die Stadt kündigt Eingriffe vor allem an Straßen und Wegen sowie in waldartigen Beständen an. Einzelne Bäume sollen auch im Stadtpark Wieseckaue, am Friedhof Rodtberg, am Bismarckturm und auf dem Alten Friedhof gefällt werden.
Dürre, Hitze und Stürme hinterlassen Spuren
Nach Angaben der Stadt haben vergangene Hitze- und Dürreperioden sowie die Sturmereignisse in diesem Jahr zahlreiche Bäume dauerhaft geschädigt oder zum Absterben gebracht. Dann können selbst vermeintlich stabile Bäume bei starkem Wind zur Gefahr werden, wenn Äste abbrechen oder der Stamm seine Standfestigkeit verliert.
Das Gartenamt verweist auf die Pflicht, Menschen und Sachwerte im öffentlichen Raum vor solchen Risiken zu schützen. Fällungen seien jedoch nicht als Standardlösung vorgesehen, sondern sollten erfolgen, wenn eine Gefahr nicht anders beherrscht werden könne.
Wann ein wertvoller Baum erhalten bleiben soll
Besonders ökologisch oder kulturell bedeutsame Bäume werden laut Mitteilung weiterhin durch interne und externe Sachverständige untersucht. Technische Messverfahren sollen ihre Bruch- und Standsicherheit einschätzen. So könnten auch geschädigte Exemplare so lange wie verantwortbar erhalten bleiben. Für den Baumschutz ist das ein wichtiger Unterschied: Nicht jeder sichtbare Schaden bedeutet automatisch, dass ein Baum sofort gefällt werden muss.
Wo möglich, sind nach Angaben der Stadt Ersatzpflanzungen und zusätzliche Baumstandorte vorgesehen. Ob diese Maßnahmen den Verlust großer, älterer Bäume ökologisch vollständig ausgleichen können, lässt sich aus der bisherigen Ankündigung allerdings nicht ableiten. Junge Nachpflanzungen benötigen Zeit, bis sie vergleichbare Schatten-, Kühlungs- und Lebensraumfunktionen erfüllen.
Das sollten Fußgänger und Autofahrer wissen
Während der Arbeiten kann es vorübergehend zu abgesperrten Wegen, Straßen oder Verkehrsbehinderungen kommen. Die Stadt bittet darum, die Absperrungen einzuhalten; sie sollen sowohl Passanten als auch die Beschäftigten schützen. Konkrete Einzeltermine für alle Standorte und eine vollständige Fällliste nennt die vorliegende Mitteilung nicht.
Die angekündigten Arbeiten werfen auch eine längerfristige Frage auf: Wie gelingt es Städten, Verkehrssicherheit, Hitzeschutz, Artenvielfalt und den Erhalt alter Bäume gleichzeitig zu berücksichtigen? Eine nachvollziehbare Dokumentation der einzelnen Maßnahmen und ihrer Ersatzpflanzungen kann helfen, diese Interessen sachlich abzuwägen.
Quelle und Bildhinweis
Primärquelle: Stadt Gießen, Mitteilung vom 27. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Umwelt und Klima; keine Aufnahme der tatsächlich zu fällenden Bäume.
