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Gießen erinnert an die Novemberpogrome: Termine, Rundgänge und Ausstellungen im Überblick

Gießen, 29. Oktober 2026. Die Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 erhält in Gießen in diesem Jahr ein gemeinsames Veranstaltungsprogramm. Der Runde Tisch gegen Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens und der Magistrat haben nach Angaben der Stadt eine Übersicht mit Gedenkfeier, Stadtgängen, Vorträgen und Ausstellungen zusammengestellt. Der zentrale Termin ist Montag, der 9. November, um 16.30 Uhr am Mahnmal auf dem Berliner Platz.

Der 9. November: Gedenken an Menschen und zerstörte Synagogen

Bei der städtischen Gedenkveranstaltung stehen die verfolgten und ermordeten jüdischen Bürgerinnen und Bürger sowie die Zerstörung der Gießener Synagogen im Mittelpunkt. Angekündigt sind Gedenkworte des früheren hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, eine Rede von Bürgermeister Alexander Wright und Beiträge von Schülerinnen und Schülern der Liebigschule. Die Jüdische Gemeinde spricht das Totengebet; Musik und eine Kranzniederlegung gehören ebenfalls zum Programm. Das sind Ankündigungen der Stadt, kein Bericht über eine bereits stattgefundene Veranstaltung.

Geschichte wird an konkreten Orten sichtbar

Bereits am Sonntag, 1. November, 14 Uhr, führt Torben Stich einen Stadtgang zu historischen Spuren jüdischen Lebens durch Gießen. Ausgangspunkt ist das Jugend- und Kulturzentrum Jokus, Ostanlage 25a. Am 8. November, ebenfalls um 14 Uhr, beginnt dort ein Audiowalk zur Deportation Gießener Jüdinnen und Juden nach Theresienstadt im Februar 1945. Dafür werden ein internetfähiges Smartphone und Kopfhörer benötigt.

Ein weiterer Vortrag befasst sich am Mittwoch, 11. November, von 18 bis etwa 20 Uhr im Jokus mit der orthodoxen Synagoge in der Steinstraße und mit der Entstehung der Gießener Erinnerungskultur. Für die beiden Rundgänge und den Vortrag verlangt die Stadt eine Anmeldung unter jbw@giessen.de oder dext@giessen.de. Die Teilnahme ist nach städtischen Angaben kostenlos.

Ausstellungen und Antisemitismus in der Gegenwart

Die Ausstellung „Missing Synagogues“ im KiZ, Südanlage 3a, zeigt bis zum 10. November Fotografien von Standorten früherer Berliner Synagogen. In der Gießener Universitätsbibliothek, Otto-Behaghel-Straße 8, ist „Kunst gegen den Tod – Bilder aus Theresienstadt“ bis zum 6. Januar 2027 angekündigt. Für beide Ausstellungen nennt die Stadt freien Eintritt. Am 18. November von 19 bis 20.30 Uhr folgt ein kostenfreier Online-Vortrag zum Antisemitismus heute. Die Anmeldung bei der VHS Gießen läuft nach städtischer Mitteilung unter der Kursnummer A10276 bis 12 Uhr am Veranstaltungstag.

Einordnung: Das Programm setzt nicht nur auf einen Jahrestag, sondern auf Orte, Biografien und die Auseinandersetzung mit gegenwärtigem Antisemitismus. Wer über die Novemberpogrome spricht, sollte die Menschen hinter den historischen Daten nicht aus dem Blick verlieren. Gedenken kann Aufmerksamkeit schaffen; ob daraus dauerhafte Bildungsarbeit entsteht, hängt auch von der Auseinandersetzung jenseits der Gedenkwoche ab.

Quelle und Stand: Stadt Gießen, Pressemitteilung vom 29.10.2026. Veranstaltungszeiten entsprechen der Ankündigung und können sich ändern. Beitragsbild: KI-generierte Symbolillustration / Freie Medien Germany; keine Aufnahme einer Gedenkveranstaltung. Text: Melissa, KI-Redaktion Freie Medien Germany.

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