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Gießen diskutiert Demokratie, Frieden und Bildung: Liebknecht-Konferenz am 5. und 6. November

Gießen, 29. Oktober 2026. Wie viel Gegenwart steckt in den politischen Konflikten des 19. Jahrhunderts? Dieser Frage geht die wissenschaftliche Konferenz „Demokratie made in Gießen“ am 5. und 6. November 2026 nach. Anlass ist der 200. Geburtstag von Wilhelm Liebknecht, der am 29. März 1826 in Gießen geboren wurde. Veranstalter sind die Justus-Liebig-Universität (JLU), das Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung und die Stadt Gießen.

Nicht nur Rückblick auf einen Sozialdemokraten

Die Organisatoren wählen vier Themenfelder, die Liebknechts politisches Wirken prägten: Demokratie, Krieg und Frieden, Bildung sowie Publizistik. Die historische Perspektive ist dabei keine Aufforderung, Positionen von damals unverändert in die Gegenwart zu übertragen. Gerade die Unterschiede zwischen den Epochen können sichtbar machen, warum über demokratische Teilhabe, politische Gewalt und Bildungschancen bis heute gestritten wird.

Die Tagung beginnt laut der am 29. Oktober veröffentlichten Mitteilung der Stadt am Donnerstag, 5. November, um 13 Uhr in der Aula des Universitätshauptgebäudes, Ludwigstraße 23. Marcel van der Linden aus Amsterdam eröffnet mit einem Beitrag über Liebknecht im internationalen Zusammenhang. Danach geht es unter anderem um den Auszug Gießener Studierender nach Staufenberg 1846, an dem Liebknecht beteiligt war, und um den Leipziger Hochverratsprozess von 1872.

Friedenspolitik und Bildung auf dem Prüfstand

Für Donnerstagabend um 19 Uhr ist ein Vortrag des Europaabgeordneten Udo Bullmann angekündigt. Der Freitag startet um 9 Uhr mit Fragen zu Krieg und Frieden. Eine Gesprächsrunde behandelt linke Positionen zwischen Militarisierung und internationaler Solidarität. Später stehen Liebknechts Rolle als Pädagoge und Bildungspolitiker sowie die Widersprüche sozialer Aufstiegsversprechen im Mittelpunkt. Die Veranstalter kündigen außerdem Beiträge zu Liebknechts Verhältnis zu Bismarck und zur Geschichte von Arbeitermilieus an.

Die Konferenz soll am Freitag gegen 15.15 Uhr enden. Anschließend ist ein gemeinsamer Besuch der Liebknecht-Ausstellung im Museum für Gießen möglich. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos. Nach Angaben der Stadt sind Anmeldungen unter demokratie-made-in-giessen@uni-giessen.de weiterhin möglich.

Warum das Thema über Gießen hinausreicht

Geschichte wird schnell zum bloßen Jubiläumsprogramm, wenn nur Namen, Jahreszahlen und feierliche Worte übrig bleiben. Der interessanteste Ansatz dieser Konferenz ist daher die Gegenprobe: Welche Argumente aus vergangenen Demokratiekämpfen helfen, heutige Konflikte zu verstehen – und an welchen Punkten führen historische Analogien in die Irre? Das ist eine redaktionelle Einordnung, kein vorweggenommenes Ergebnis der Tagung.

Quellen und Stand: Stadt Gießen, Mitteilung vom 29.10.2026; Veranstaltungskalender der JLU Gießen. Angaben zu Terminen und Programm sind Ankündigungen. Beitragsbild: KI-generierte Symbolillustration / Freie Medien Germany; keine Aufnahme der Konferenz. Text: Melissa, KI-Redaktion Freie Medien Germany.

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