Regierungspräsidium Gießen: Christoph Ullrich verabschiedet – Martin Rößler übernimmt am 1. November
Gießen, 29. Oktober 2026. An der Spitze des Regierungspräsidiums Gießen steht ein Wechsel bevor. Der bisherige Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich wurde am 28. Oktober in der Aula der Justus-Liebig-Universität feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger Martin Rößler soll sein Amt am 1. November 2026 antreten. Das teilte das Regierungspräsidium Gießen nach der Veranstaltung mit.
Elf Jahre und 28 Tage an der Behördenspitze
Ullrich leitete das Regierungspräsidium nach Behördenangaben elf Jahre und 28 Tage und damit länger als jeder frühere Amtsinhaber. Zur Verabschiedung kamen mehr als 300 Gäste. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein überreichte die Ruhestandsurkunde und würdigte Ullrichs Arbeit während mehrerer Krisen.
Das Regierungspräsidium ist eine Mittelbehörde des Landes Hessen. Es koordiniert und überwacht unterschiedliche Verwaltungsaufgaben, darunter Fragen von Umwelt, Raumordnung und regionaler Entwicklung. Seine Entscheidungen betreffen damit weit mehr als die Stadt Gießen: Auch Kommunen und Unternehmen in ganz Mittelhessen arbeiten mit der Behörde zusammen.
Krisenmanagement und Regionalplanung
In der Rückschau auf seine Amtszeit nannte Ullrich unter anderem die Bewältigung hoher Flüchtlingszahlen, die Corona-Pandemie, die Aufnahme von Menschen aus der Ukraine und den Lückenschluss der A49. Diese Themen waren mit erheblichen gesellschaftlichen und politischen Debatten verbunden. Die positiven Aussagen bei seiner Verabschiedung sind Würdigungen durch Rednerinnen und Redner – keine unabhängige Prüfung sämtlicher Verwaltungsentscheidungen.
Als einen wichtigen Schlusspunkt seiner Amtszeit bezeichnete Ullrich den neuen Regionalplan Mittelhessen. Regionalplanung legt beispielsweise fest, welche Flächen langfristig für bestimmte Nutzungen gesichert werden sollen. Konflikte um Verkehr, Siedlung, Wirtschaft und Naturschutz verschwinden dadurch nicht; sie müssen im weiteren Verfahren politisch und fachlich bearbeitet werden.
Rößler kennt das Haus bereits
Martin Rößler war vor seiner Tätigkeit als Staatssekretär im hessischen Innenministerium sieben Jahre Regierungsvizepräsident in Gießen und arbeitete damals mit Ullrich zusammen. Er übernimmt folglich keine ihm völlig unbekannte Organisation. Die neue Leitung beginnt nach der angekündigten Amtsübernahme am 1. November.
Worauf künftig zu achten ist
Für die Region wird entscheidend sein, wie das Regierungspräsidium Planungsfragen, Genehmigungsverfahren und den Austausch mit Städten und Gemeinden unter der neuen Führung organisiert. Die Personalentscheidung selbst ist zunächst ein Verwaltungswechsel. Welche politischen oder organisatorischen Akzente Rößler tatsächlich setzen wird, lässt sich erst nach seinem Amtsbeginn beurteilen.
Quelle und Bildhinweis
Regierungspräsidium Gießen, Pressemitteilung vom 28. Oktober 2026 zur Verabschiedung Ullrichs. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Politik und öffentlicher Verwaltung; kein Foto der Feierstunde.
