Marburger Uni schaltet geteilte ILIAS-Funktionskonten Ende Februar 2027 ab – was Lehrteams jetzt klären sollten
Marburg, 30. Oktober 2026. Wer an der Philipps-Universität Marburg Lernmaterialien oder Kurse über ein gemeinsam genutztes Funktionskonto in ILIAS organisiert, muss seine Abläufe überprüfen. Das Hochschulrechenzentrum (HRZ) hat am 27. Oktober angekündigt, die letzten verbliebenen Funktionsaccounts in der Lernplattform zum 28. Februar 2027 zu deaktivieren. Betroffen sind damit nicht automatisch alle Universitätskonten, sondern eine bestimmte bisherige Form gemeinsamer Nutzung.
Die Ankündigung ist keine kurzfristige Störungsmeldung, sondern eine organisatorische Umstellung mit mehreren Monaten Vorlauf. Neue Funktionsaccounts für ILIAS wurden laut HRZ schon seit geraumer Zeit nicht mehr freigeschaltet; bestehende Konten erhielten keine zusätzlichen Rechte. Nun soll diese Kontenart vollständig entfallen. Als Grund nennt die Universität die IT-Sicherheit.
Was sich praktisch ändern kann
Funktionskonten wirken im Alltag bequem: Mehrere Personen greifen auf dieselbe Rolle zu, ohne bei jeder Personal- oder Aufgabenänderung neue Berechtigungen einzurichten. Gerade diese Bequemlichkeit kann jedoch die Nachvollziehbarkeit erschweren. Wenn Handlungen nicht sauber einzelnen Verantwortlichen zugeordnet werden können, werden Zugriffsprüfung und Rechteverwaltung komplizierter. Das ist eine allgemeine Sicherheitsabwägung; konkrete Missbrauchsfälle an der Universität behauptet die Mitteilung ausdrücklich nicht.
Für Arbeitsgruppen und Lehrteams stellt sich nun die Frage, wie gemeinsame Kursverwaltung ohne geteilte Anmeldung organisiert werden kann. Wer hat welche Berechtigung? Was passiert beim Wechsel von Hilfskräften oder Lehrbeauftragten? Wer betreut einen Kurs, wenn die bisher zuständige Person ausscheidet? Die Antworten hängen von den jeweiligen Arbeitsabläufen ab; die Universität hat dafür im ILIAS-Blog typische Szenarien und Umstellungsmöglichkeiten zusammengestellt.
Was Betroffene jetzt tun können
Sinnvoll ist zunächst eine Bestandsaufnahme: Welche Lehrveranstaltungen, Gruppen und Arbeitsprozesse hängen tatsächlich an einem Funktionskonto? Danach sollten Zuständigkeiten und individuelle Zugriffsrechte geprüft werden, bevor die Deaktivierung greift. Wer keinen passenden Ersatzweg findet, kann das ILIAS-Team kontaktieren. Das HRZ bittet ausdrücklich darum, Probleme zu melden, damit gemeinsam eine Lösung gesucht werden kann.
Die angekündigte Frist endet am 28. Februar 2027. Aus der Veröffentlichung vom 27. Oktober lässt sich nicht ableiten, dass die Abschaltung bereits erfolgt wäre oder dass persönliche Universitätskonten abgeschaltet würden. Auch eine pauschale Aussage, alle Lehrangebote seien betroffen, wäre unzutreffend.
Einordnung: Digitale Sicherheit ist nicht nur eine Frage technischer Sperren. Eine gelungene Umstellung muss zugleich praktikabel sein, damit gemeinsame Lehre weiterhin funktioniert. Ob das gelingt, wird sich nicht an der Ankündigung, sondern an den verfügbaren Rollenmodellen und der Unterstützung der Teams zeigen.
Quelle und Stand: Hochschulrechenzentrum der Philipps-Universität Marburg, Originalmitteilung vom 27.10.2026: „Abschaltung von Funktionsaccounts in ILIAS“. Stand der redaktionellen Prüfung: 30.10.2026. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Digitalisierung; keine Aufnahme der Universität.
