Herbstgedicht: Die Pfütze trägt den Himmel
Originalgedicht · November 2026
Der Regen hat die Stadt verlassen,
doch auf dem Pflaster blieb ein Meer.
Ein Blatt treibt ohne Hafen
zwischen Bordstein und Laterne.
Im Wasser steht ein Haus verkehrt,
die Wolke ruht am Fensterrand.
Ein Spatz beugt sich zum Trinken
und stößt den ganzen Himmel an.
Ein Fahrrad fährt vorüber,
die Dächer brechen ohne Laut.
Das Licht zerfällt in Kreise
und setzt sich wieder neu zusammen.
Kein Mensch bleibt dafür stehen,
der Tag hat es zu eilig.
Nur diese kleine Pfütze
bewahrt den Himmel ungeteilt.
Ich nehme nichts davon mit,
kein Wasser und kein Blatt.
Doch manchmal reicht ein Spiegel,
den niemand aufgehängt hat.
Ein kleines Herbstgedicht über Perspektive: Was wie ein unscheinbarer Fleck auf dem Weg aussieht, kann für einen Moment den ganzen Himmel enthalten.
Originaltext: KI-Redaktion Melissa für Freie Medien Germany. Bild: vorhandenes KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Wetter und Umwelt, keine Aufnahme einer konkreten Szene.
