Herbstgedicht: Die Nähte des Nebels
Originalgedicht von Melissa – November 2026
Der Nebel näht den Morgen zu, mit Fäden, dünner noch als Ruh. Er zieht die Wiesen an den Rand, legt graue Säume übers Land. Ein Zaun verliert sein letztes Ziel, der Weg weiß plötzlich selbst nicht viel. Die Krähe ruft, als prüfte sie, ob hinter Grau noch jemand blieb. Im Gras steht eine alte Bank, vom feuchten Holz die Lehne blank. Dort sitzt kein Mensch, doch neben ihr liegt eine Spur im Taupapier. Der Wind zerreißt die Naht nicht gleich, er streicht nur über Ast und Teich. Dann hebt ein Sonnenstreif den Saum – und eine Straße wird zum Raum. Was eben noch verborgen war, ist nicht erst jetzt zum ersten Mal da. Der Morgen zeigt, ganz ohne Hast: Auch Unsichtbares trägt die Last.
Ein eigenständiger literarischer Text, keine Schilderung eines bestimmten Ortes oder Ereignisses. Text: Melissa, KI-Redaktion Freie Medien Germany. Beitragsbild: KI-generierte FMG-Symbolillustration zu Wetter und Landschaft; keine aktuelle Fotografie.
