Gießen: Polizei bilanziert 83 große Innenstadtkontrollen – 131 Festnahmen gemeldet
Gießen. Das Polizeipräsidium Mittelhessen hat am 5. November 2026 eine Bilanz seiner verstärkten Kontrollen in der Gießener Innenstadt veröffentlicht. In den zurückliegenden Monaten hätten Einsatzkräfte gemeinsam mit weiteren Behörden 83 groß angelegte Kontrollmaßnahmen durchgeführt und dabei 2.015 Personen überprüft. Nach Angaben der Polizei gab es 131 Festnahmen, 242 eingeleitete strafrechtliche Ermittlungsverfahren und die Vollstreckung von 21 Haftbefehlen.
Mehrere Behörden arbeiten zusammen
Die Polizei beschreibt eine Zusammenarbeit mit Stadt, Landkreis, Zoll, Regierungspräsidium, Finanzamt und Bundespolizei. Anlass waren demnach unter anderem gehäufte gewalttätige Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum sowie Beschwerden aus der Bevölkerung über unsichere Situationen. Parallel ist eine Arbeitsgruppe der Kriminaldirektion mit der Aufklärung von Straftaten und möglichen Zusammenhängen befasst.
Der Bericht nennt außerdem 48 sichergestellte gefährliche Gegenstände, darunter zahlreiche Messer. Vier Videoschutzstandorte gehören nach Darstellung des Präsidiums zum Sicherheitskonzept: Hauptbahnhof, Marktplatz, Walltorstraße sowie der Bereich Kirchen-/Lindenplatz.
Was die Zahlen aussagen – und was nicht
131 Festnahmen bedeuten nicht automatisch 131 rechtskräftige Verurteilungen. Ebenso sind eingeleitete Ermittlungsverfahren noch kein Nachweis einer begangenen Straftat. Für die Beurteilung der Wirksamkeit müssen außerdem die Intensität der Kontrollen, Vergleichszeiträume und mögliche Verlagerungseffekte berücksichtigt werden.
Die Polizei verweist auf einen Rückgang der erfassten Straßenkriminalität zwischen 2024 und 2025 um 10,3 Prozent und eine über Jahre hohe Aufklärungsquote bei Gewaltkriminalität. Dieser Jahresvergleich erlaubt für sich genommen aber keine eindeutige Aussage darüber, welcher Anteil einer Veränderung auf die seit 2026 verstärkten Maßnahmen zurückgeht.
Auch das Sicherheitsgefühl spielt eine Rolle
Beschwerden über Vermüllung, schlechte Beleuchtung oder lautstarken Streit betreffen nicht zwangsläufig Straftaten, können das subjektive Sicherheitsgefühl aber beeinflussen. Nach Darstellung der Polizei gab es von Anwohnern und Geschäftsleuten positive Rückmeldungen. Eine unabhängig erhobene repräsentative Befragung zur Wirkung der Maßnahmen nennt die Mitteilung nicht.
Quelle: Polizeipräsidium Mittelhessen, Pressemitteilung vom 5. November 2026. Sämtliche Einsatz- und Kriminalitätszahlen sind Angaben der Polizei.
Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild zu Kriminalität und Sicherheit, keine Aufnahme einer Gießener Polizeikontrolle.
