UNESCO erweitert KI-Datenleitfaden für Lateinamerika – neue Werkzeuge für Behörden
Paris/Lima. Wie sollen staatliche Stellen Daten verwenden, wenn immer mehr Entscheidungen mit Unterstützung künstlicher Intelligenz getroffen werden? Die UNESCO hat am 6. November 2026 neue Hilfsmittel für eine verantwortungsvolle Datenverwaltung in Lateinamerika und der Karibik vorgestellt. Ihr Data Governance Toolkit liegt nun auch in spanischer Sprache vor. Schulungen und ein Instrument zur Selbsteinschätzung sollen Verwaltungen bei der Anwendung unterstützen.
Regeln für Sammeln, Schützen und Teilen von Daten
Bei KI-Systemen ist nicht nur die Software entscheidend. Auch die Qualität und Herkunft der Daten, Zugriffsrechte, mögliche Diskriminierung und die Frage nach der Verantwortung für Fehler spielen eine Rolle. Der UNESCO-Leitfaden soll Behörden dabei helfen, klare Zuständigkeiten für die Erhebung, Nutzung, Sicherung und Weitergabe von Daten festzulegen.
Entwickelt wurde das Grundmaterial im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit, an der neben der UNESCO unter anderem das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und die Kommission der Afrikanischen Union beteiligt waren. Das Toolkit war erstmals im Juli 2025 veröffentlicht worden.
Peru entwickelt parallel eigene Strategie
Die UNESCO verweist besonders auf Peru: Das Land veröffentlichte 2026 eine nationale KI-Strategie für 2026 bis 2030 und eine entsprechende Strategie für die Datenverwaltung. Bei den Vorarbeiten seien unter anderem Ergebnisse einer UNESCO-Bereitschaftsbewertung berücksichtigt worden. Die Organisation nennt auch Vorschriften zu Transparenz, menschlicher Aufsicht und Datenschutz.
Die ersten zwei Durchgänge des gemeinsam mit UNDP angebotenen Kurses zur inklusiven Datenverwaltung erhielten nach UNESCO-Angaben mehr als 1.000 Bewerbungen. Rund 84 Prozent kamen demnach von Beschäftigten staatlicher Stellen oder Regulierungsbehörden. Der zweite Durchgang umfasste Teilnehmende aus 22 Ländern. Das sind Angaben zu Interesse und Weiterbildung, keine Messung der bereits erreichten Sicherheit von KI-Systemen.
Mehrsprachigkeit und Rechte indigener Gemeinschaften
Weiteres Augenmerk gilt dem Umgang mit Daten zu indigenen und Minderheitensprachen. Solche Datensätze sollen nicht allein als Rohstoff für Technologieprojekte betrachtet werden; auch die betroffenen Gemeinschaften sollen darüber mitbestimmen können, wie ihre Sprache und ihr Wissen verwendet werden.
Der Schritt der UNESCO ist ein Unterstützungsangebot für bessere Verwaltungspraxis. Ein Handbuch ist kein Gesetz und ersetzt weder unabhängige Datenschutzkontrolle noch die Prüfung konkreter KI-Anwendungen.
Quelle: UNESCO, 6. November 2026.
Beitragsbild: KI-generierte FMG-Symbolillustration zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz; keine Aufnahme einer Behörde oder UNESCO-Veranstaltung.
