Indonesiens Waldbrandrauch wird zur Gesundheitskrise: Sauerstoffbusse in Kalimantan
Wenn Atmen zur Belastung wird
In der indonesischen Stadt Palangka Raya auf Borneo ist ein Bus mit Sauerstoffversorgung zu einem ungewöhnlichen Zufluchtsort geworden. Wie Reuters am 27. Oktober berichtet, erhalten Menschen dort wegen der schweren Rauchbelastung durch Wald- und Torfbrände medizinische Unterstützung. Das Fahrzeug ist ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr die Brände längst den Alltag und die Gesundheit der Bevölkerung bestimmen.
Die Rauchwolken bleiben nicht an Landesgrenzen stehen. Auch Nachbarländer in Südostasien sind betroffen. Besonders gefährlich ist die Belastung für Menschen mit Atemwegserkrankungen, Kinder und ältere Personen.
Hunderttausende Atemwegserkrankungen gemeldet
Nach den von Reuters wiedergegebenen Angaben des indonesischen Gesundheitsministeriums wurden zwischen August und dem 25. Oktober landesweit rund 350.000 Fälle von Atemwegserkrankungen im Zusammenhang mit den Bränden erfasst. Diese Zahl beschreibt gemeldete Erkrankungen und ist nicht mit einer gesicherten Zahl dauerhaft Geschädigter gleichzusetzen. In Teilen der betroffenen Regionen wurden extreme Luftverschmutzungswerte registriert.
Wald- und insbesondere Torfbrände sind schwer zu kontrollieren. Feuer kann in trockenen Torfschichten weiterglimmen und später erneut aufflammen. Hitze und ausbleibender Regen erschweren die Löscharbeiten zusätzlich.
Eine Krise mit regionalen Folgen
Reuters berichtete außerdem über Gespräche zwischen Indonesien und Singapur zu einer möglichen gemeinsamen Arbeitsgruppe gegen grenzüberschreitenden Rauch. Dabei geht es unter anderem um Informationsaustausch und die Frage, wie Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden können, wenn sie nachweislich mit den Bränden in Verbindung stehen. Eine solche Verantwortung darf nicht pauschal behauptet werden; sie muss im Einzelfall belegt werden.
Der Sauerstoffbus behandelt Symptome
Mobile medizinische Hilfe ist für Betroffene wichtig. Sie kann jedoch die Ursache der Belastung nicht beseitigen. Dafür braucht es wirksame Brandbekämpfung, Schutz von Moor- und Waldflächen, belastbare Kontrolle von Landnutzung und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Die gesundheitliche Last tragen zunächst Menschen, die über diese Entscheidungen häufig kaum Einfluss haben.
Quellen: Reuters, Bericht vom 27.10.2026 über den Sauerstoffbus; Bericht vom 27.10.2026 zu Indonesien und Singapur; Lagebericht vom 22.10.2026.
