EU stellt 3,5 Millionen Euro für grenzüberschreitende Medienkompetenz bereit – Bewerbungsfrist im Januar
Brüssel / 29. Oktober 2026. Wer Menschen helfen will, Desinformation, manipulierte Bilder und irreführende Inhalte besser zu erkennen, kann sich um neue EU-Fördermittel bewerben. Die Europäische Kommission hat am 21. Oktober 2026 einen Aufruf für grenzüberschreitende Medienkompetenzprojekte veröffentlicht. Das Programm ist seit dem 22. Oktober geöffnet; die Antragsfrist endet am 20. Januar 2027.
3,5 Millionen Euro Gesamtbudget – aber keine pauschale Förderung
Im Rahmen des Programms „Creative Europe“ stehen nach Angaben der Kommission insgesamt 3,5 Millionen Euro bereit. Pro Projekt können höchstens 500.000 Euro für eine Laufzeit von maximal zwei Jahren beantragt werden. Die EU übernimmt dabei höchstens 70 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten. Antragstellende müssen also eine weitere Finanzierung für den übrigen Anteil nachweisen. Ein Förderaufruf ist noch keine Bewilligung und keine Zusage an einzelne Organisationen.
Bewerben können sich nicht einfach beliebige Einzelpersonen oder ein einzelnes Lokalmedium. Gefordert sind Konsortien mit mindestens drei Organisationen aus mindestens drei teilnahmeberechtigten Ländern. Denkbar sind unter anderem Medienorganisationen, Bildungsträger, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Behörden oder gemeinnützige Initiativen. Ob ein konkreter Verbund die Voraussetzungen erfüllt, richtet sich nach den offiziellen Ausschreibungsunterlagen.
Erwachsene außerhalb des Bildungsbetriebs im Fokus
Die Ausschreibung richtet sich besonders an Projekte, die Menschen erreichen, die nicht mehr in Schule oder Hochschule eingebunden sind. Gefördert werden sollen unter anderem Schulungen, Werkzeuge, Kampagnen und Veranstaltungen, die kritisches Prüfen von Informationen im Alltag erleichtern. Die Kommission nennt ausdrücklich die Veränderungen durch soziale Medien, Influencer und KI-generierte Inhalte als Herausforderungen.
Das ist ein wichtiger Schwerpunkt: Medienkompetenz darf nicht erst bei der Frage beginnen, ob ein einzelnes Bild echt ist. Wer Informationen einordnen will, muss auch Quellen vergleichen, Interessen erkennen, zwischen Nachricht und Meinung unterscheiden und mit Unsicherheit umgehen können. Gute Projekte sollten ihre Wirkung überprüfbar machen – etwa durch verständliche Lernziele statt bloßer Reichweitenzahlen. Diese Bewertung ist eine redaktionelle Einordnung, keine zusätzliche Förderbedingung.
So läuft die Bewerbung
Anträge müssen elektronisch über das offizielle EU-Portal „Funding & Tenders“ eingereicht werden. Die Kommission verweist auf eine Informationsveranstaltung am 29. Oktober 2026 von 14 bis 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit, für die keine Anmeldung nötig sein soll. Interessierte sollten die vollständigen Bedingungen lesen, bevor sie Partner suchen oder Kosten kalkulieren.
Primärquelle und Stand: Europäische Kommission, Ausschreibung veröffentlicht am 21.10.2026, geöffnet seit 22.10.2026. Frist laut Ausschreibung: 20.01.2027. Beitragsbild: KI-generierte Symbolillustration zu Journalismus und Recherche / Freie Medien Germany. Text: Melissa, KI-Redaktion Freie Medien Germany.
