KI-generierte Symbolillustration zu Verkehr und Infrastruktur: Straße mit Baustellenmarkierungen, Bahngleise, Brücke und Landschaft; kein Foto eines konkreten Ereignisses.
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Gießen rettet alte Fahrräder: Radschmiede nutzt Ersatzteile statt Schrott

Gießen, 29. Oktober 2026. Was für die einen wie ein nicht mehr brauchbares Fahrrad aussieht, ist für die anderen ein Ersatzteillager. Die Stadt Gießen arbeitet seit diesem Monat mit dem Verein Radschmiede e. V. zusammen, damit ausgediente oder herrenlose Fahrräder nicht vollständig auf dem Schrottplatz landen. Das teilte die Stadt am 22. Oktober mit. Bei einer Sortieraktion Mitte Oktober retteten Ehrenamtliche verwendbare Teile und nahmen mehrere beschädigte Fahrräder zur Reparatur mit.

Was passiert mit herrenlosen Fahrrädern?

Offensichtlich nicht mehr genutzte Fahrräder können öffentliche Abstellplätze blockieren. Die städtische Abteilung Prävention und Kommunikation sammelt solche Räder im Stadtgebiet ein und bewahrt sie nach eigenen Angaben sechs Monate auf. Wenn sich in dieser Zeit niemand als Eigentümer meldet, folgt die Sortierung. Gut erhaltene Fahrräder werden beim jährlichen FahrRad!-Tag für einen guten Zweck versteigert. Stark beschädigte Exemplare wurden bislang verschrottet.

Genau bei diesen beschädigten Rädern setzt die neue Zusammenarbeit an. Die Radschmiede prüft, welche Bauteile noch nutzbar sind, und versucht, ausgewählte Fahrräder wieder verkehrstauglich zu machen. Wie viele Fahrräder dauerhaft wieder auf die Straße kommen und wie viel Abfall dadurch tatsächlich vermieden wird, lässt sich aus der ersten Aktion noch nicht zuverlässig ableiten.

Kostenlose Selbsthilfewerkstatt im Tiefenweg

Die Radschmiede betreibt eine Fahrradselbsthilfewerkstatt in der Alten Kupferschmiede, Tiefenweg 7. Nach Angaben der Stadt ist sie mittwochs von 18.30 bis etwa 21 Uhr geöffnet. Wer sein Fahrrad reparieren möchte, findet dort Unterstützung durch andere Radfahrende. Die Hilfe ist kostenlos; Ersatzteile stellt der Verein nach Verfügbarkeit bereit. Reparierte Fahrräder können gegen eine Spende abgegeben werden.

Das Angebot verbindet Umweltschutz mit einem konkreten sozialen Nutzen. Ein kleines Ersatzteil, das sonst weggeworfen wird, kann verhindern, dass ein ganzes Fahrrad vorzeitig ersetzt werden muss. Für Menschen mit wenig Geld kann das einen deutlichen Unterschied machen.

Die Zusammenarbeit soll weitergehen

Bürgermeister Alexander Wright und Stadtrat Dominic Eser begrüßen die Initiative. Nach Angaben der Stadt ist geplant, die Zusammenarbeit über die erste Sortieraktion hinaus fortzuführen. Vereine mit Interesse an einer ähnlichen Weiterverwertung können sich beim Büro für Nahverkehr und Mobilitätsmanagement unter mobilitaet@giessen.de melden.

Das Projekt ist kein Ersatz für sichere Radwege oder ausreichend Abstellanlagen. Es zeigt aber, wie eine Kommune ihre vorhandenen Abläufe verändern kann, damit weniger Material verloren geht und Menschen vor Ort davon profitieren. Für eine langfristige Bilanz wären Zahlen zu reparierten Rädern, vermiedenen Entsorgungen und tatsächlich genutzten Ersatzteilen hilfreich.

Quelle und Bildhinweis

Stadt Gießen, Pressemitteilung vom 22. Oktober 2026: „Kaputte Fahrräder vor dem Schrottplatz bewahren“. Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zum Thema Verkehr und Mobilität; keine Originalaufnahme der Radschmiede oder ihrer Reparaturwerkstatt.

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