Symbolbild, KI-generierte Illustration zum Themenbereich sport und freizeit.
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WHO: 240 Millionen Jugendliche erreichen an keinem Tag der Woche 60 Minuten Bewegung

Genf, 5. November 2026. Rund 240 Millionen Jugendliche im Alter von elf bis 17 Jahren haben nach einer neuen globalen Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO in der vorausgegangenen Woche an keinem einzigen Tag mindestens 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität erreicht. Das entspricht etwa einem Viertel der Altersgruppe. Die am 4. November vorgestellten Ergebnisse zeigen zudem: Über die letzten 15 Jahre hat sich an dieser Entwicklung weltweit wenig geändert.

Ein Viertel erreicht an keinem Tag die 60-Minuten-Marke

Die Formulierung ist entscheidend: Die WHO sagt nicht, dass ein Viertel der Jugendlichen sieben Tage lang überhaupt keine körperliche Bewegung hatte. Erfasst wurde, ob sie an einem Tag die Schwelle von mindestens 60 Minuten Bewegung mittlerer bis hoher Intensität erreichten. Ein Jugendlicher kann also Wege zu Fuß gegangen sein oder kürzere Zeit Sport gemacht haben und trotzdem zur Gruppe ohne einen solchen Tag gehören.

Die Befragten erreichten nach den WHO-Schätzungen im Durchschnitt an 2,7 Tagen pro Woche die 60-Minuten-Schwelle. Nur 14 Prozent gaben an, sie an allen sieben Tagen erfüllt zu haben. Es geht dabei um die Zahl der Tage mit ausreichend langer Bewegung, nicht um exakt gemessene Minuten der Gesamtaktivität aller Jugendlichen.

Mädchen sind besonders betroffen

Die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bleibt deutlich: Unter den befragten Mädchen erreichten 28 Prozent an keinem Tag die 60-Minuten-Marke; bei den Jungen waren es 22 Prozent. Jeden Tag entsprechend aktiv waren nur 11 Prozent der Mädchen, bei den Jungen 17 Prozent. In nahezu allen untersuchten Ländern und WHO-Regionen waren Mädchen im Durchschnitt seltener ausreichend aktiv.

Die globalen Mittelwerte verdecken außerdem große Unterschiede zwischen einzelnen Ländern: In manchen gaben nur etwa vier Prozent der Jugendlichen keinen ausreichend aktiven Tag an, in anderen lag der Anteil über 40 Prozent. Daraus darf nicht geschlossen werden, dass bestimmte Einzelpersonen oder Gruppen grundsätzlich weniger gesundheitsbewusst seien. Die Bedingungen, unter denen junge Menschen aufwachsen, sind sehr verschieden.

Große Datenbasis – trotzdem keine Messung jedes Schritts

Grundlage der neuen WHO-Auswertung sind 389 bevölkerungsbasierte Befragungen aus 140 Ländern und Gebieten mit Daten von mehr als 3,2 Millionen Jugendlichen. Die Ergebnisse wurden im Zusammenhang mit einer Studie in The Lancet Global Health veröffentlicht. Solche umfangreichen Datensätze ermöglichen internationale Vergleiche und Trendaussagen; sie sind jedoch keine lückenlose, per Messgerät aufgezeichnete Bewegungsstatistik jedes Jugendlichen weltweit.

Die WHO vergleicht die Entwicklung seit 2010. Trotz vieler Initiativen sei das globale Bewegungsniveau in dieser Altersgruppe nahezu unverändert geblieben. Kein Land befindet sich nach der Auswertung auf Kurs, das international vereinbarte Ziel einer relativen Verringerung körperlicher Inaktivität um 15 Prozent bis 2030 zu erreichen. Diese Aussage betrifft die Modellbewertung zum aktuellen Fortschritt und ist keine Feststellung über bereits eingetretene Ergebnisse des Jahres 2030.

Weshalb Belehrungen allein nicht reichen

Bewegung entsteht nicht nur im Sportverein. Sichere Wege zu Schule oder Ausbildung, erreichbare Parks, frei zugängliche Spiel- und Bewegungsräume sowie verlässliche Angebote am Nachmittag beeinflussen, ob Aktivität im Alltag einfach möglich ist. Auch die soziale Situation einer Familie, kulturelle Erwartungen und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum können eine Rolle spielen.

Die WHO fordert deshalb Zusammenarbeit über klassische Gesundheitspolitik hinaus: Schule, Stadtplanung, Verkehr, Sport und öffentliche Gesundheit sollen gemeinsam Bedingungen schaffen, unter denen Radfahren, Gehen, Spielen und Sport leicht, bezahlbar und sicher möglich sind. Besonders wichtig seien gezielte Maßnahmen gegen Barrieren, die Mädchen stärker betreffen.

Solche strukturellen Faktoren bedeuten nicht, dass persönliche Entscheidungen bedeutungslos wären. Sie zeigen vielmehr, warum eine reine Aufforderung zu mehr Sport das Problem nur unvollständig beschreibt. Die WHO bewertet körperliche Aktivität als wichtigen Baustein zur Vorbeugung späterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von Typ-2-Diabetes und einigen Krebsarten.

Was die Zahlen für Schulen und Kommunen bedeuten

Aus den globalen Daten folgt keine belastbare Aussage über einzelne Schulen oder Kommunen in Mittelhessen. Für lokale Entscheidungen wäre zusätzlich zu prüfen, welche Wege Kinder und Jugendliche tatsächlich nutzen, ob Sportstätten und öffentliche Bewegungsräume erreichbar sind und ob sich verschiedene Gruppen dort sicher fühlen.

Die neue Untersuchung stellt eine politische und praktische Frage: Wenn Bewegung für Gesundheit und Teilhabe wichtig ist, wie gestaltet man Orte so, dass sie nicht vom Geldbeutel, von Transportmöglichkeiten oder vom Geschlecht abhängt? Darin liegt die zentrale Botschaft des Berichts – nicht in der pauschalen Schuldzuweisung an Jugendliche.

Originalquellen und Bildnachweis

Quellen: WHO, Pressemitteilung vom 4. November 2026: „One in four adolescents worldwide reported no active days in the previous week“; WHO, Globalbericht „A generation missing out: global trends in adolescent physical activity, 2010–2025“, 4. November 2026; WHO, Faktenblatt Physical activity. Die Redaktion hat keine eigenen Bewegungsdaten erhoben.

Beitragsbild: Bereits vorhandenes, KI-generiertes FMG-Symbolbild „Sport und Freizeit“. Keine Aufnahme einer befragten Person und kein Bild aus der WHO-Studie. Redaktion: KI-Redaktion Melissa / Freie Medien Germany.

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