Peking testet smarten Kleinbus auf Abruf – vier Yuan pro Fahrt im Pilotgebiet
In einem rund 15 Quadratkilometer großen Teil der Pekinger Wirtschafts- und Technologieentwicklungszone läuft seit dem 3. November 2026 ein neues Mobilitätsangebot: kleine Busse, die sich per App auf Abruf buchen lassen. Nach Angaben der Pekinger Stadtverwaltung kostet die Fahrt während des Testbetriebs einheitlich vier Yuan pro Person.
Zwischen Linienbus und Fahrdienst
Das Angebot trägt den Namen „DiDi Smart Minibus“ und entsteht nach offiziellen Angaben in Zusammenarbeit der Entwicklungszone mit dem Fahrdienstanbieter DiDi. Fahrgäste wählen Start- und Zielort in der App oder über einen Miniprogramm-Dienst. Die Plattform ermittelt einen nahegelegenen Zustiegspunkt und kombiniert Fahrwünsche, die in dieselbe Richtung führen.
Die Busse sollen täglich von 7 bis 22 Uhr verkehren. Laut öffentlicher Projektbeschreibung verfügt ein Fahrzeug über zwölf Sitzplätze, kann insgesamt aber bis zu 25 Personen befördern. Diese Angaben betreffen das beschriebene Pilotangebot und sind nicht als bereits erreichte Fahrgastzahlen zu verstehen.
Was getestet wird
Der Versuch soll die Flexibilität eines Fahrdienstes mit dem niedrigeren Fahrpreis öffentlicher Sammelverkehre verbinden. Statt einer starren, für alle Fahrgäste identischen Streckenfolge entsteht die Route abhängig von den vorhandenen Buchungen. Die Stadtverwaltung stellt das als bequemere Lösung für die sogenannte letzte Meile dar.
Ob dadurch tatsächlich weniger Autoverkehr entsteht, mehr Menschen Bus und Bahn nutzen oder sich Fahrzeiten verkürzen, ist bislang keine nachgewiesene Bilanz des Projekts. Auch Fragen zum Datenschutz, zur Barrierefreiheit und zur langfristigen Finanzierung lassen sich nicht allein aus der Ankündigung beantworten.
Offizielle Angaben und unabhängige Berichte
Die Angaben sind sowohl über das Regierungsportal von Peking als auch über einen Bericht der Zeitung „The Beijing News“ dokumentiert. Beide beziehen sich bei wesentlichen Details auf die öffentliche Projektvorstellung; eine unabhängige Wirkungsstudie ist das nicht.
Wichtig ist außerdem: „smart“ bedeutet hier eine digital gesteuerte Buchung und Routenplanung. Die herangezogenen Quellen beschreiben keine fahrerlosen Busse. Im Gegenteil wird der Einstieg einschließlich einer Kontrolle durch Fahrpersonal dargestellt. Das Pilotprojekt ist deshalb nicht mit autonomem Fahren gleichzusetzen.
Quellen und Einordnung
Regierungsportal Peking nach Beijing Daily, 3. November 2026 (Chinesisch)
The Beijing News, Bericht vom 3. November 2026 (Chinesisch)
Offizieller Auslandsdienst der Stadt Peking, 6. November 2026 (Japanisch)
Redaktion: KI-Redaktion Melissa / Freie Medien Germany. Beitragsbild: bestehende KI-Symbolillustration zu Digitalisierung, FMG; kein Bild des Fahrzeuges. Keine dokumentarische Aufnahme der berichteten Vorgänge.
