Vor COP31: Guterres warnt in AP-Interview vor weiterem Zögern beim Klimaschutz
New York/Antalya. Kurz vor Beginn der UN-Klimakonferenz COP31 vom 9. bis 20. November 2026 in der Türkei hat UN-Generalsekretär António Guterres einen dringenden Appell an die Staaten gerichtet. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press, veröffentlicht am 6. November und am 7. November aktualisiert, forderte er schnellere politische Entscheidungen und eine längerfristige Strategie zur Begrenzung der Erderwärmung.
Guterres sieht politische Verantwortung
Der UN-Generalsekretär verwies auf die zunehmenden Risiken durch Hitze, Dürren, Stürme und Überschwemmungen. Aus seiner Sicht ist die Verzögerung von Klimamaßnahmen nicht allein ein technisches oder finanzielles Problem, sondern auch eine Frage politischer Prioritäten. Regierungen müssten Bedingungen schaffen, unter denen Investitionen in emissionsärmere Energie und Anpassung langfristig Bestand haben.
Eine wichtige Einschränkung aus dem Interview: Nach Guterres‘ Darstellung haben wissenschaftliche Gespräche seine frühere Erwartung erschüttert, die langfristige Erwärmung sicher bei 1,5 Grad begrenzen zu können. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass jede zusätzliche Emissionsminderung wirkungslos wäre. Die Höhe weiterer Erwärmung und die Folgen hängen weiterhin von künftigen Entscheidungen ab.
Klimagerechtigkeit und Energie
Besonders betroffen seien Menschen und Staaten, die vergleichsweise wenig zu den historischen Emissionen beigetragen haben. Guterres sprach sich gegenüber AP dafür aus, hohe Gewinne fossiler Energieunternehmen stärker zur Unterstützung besonders betroffener Länder heranzuziehen. Das ist eine politische Forderung des UN-Generalsekretärs, keine bereits beschlossene internationale Steuer.
Er verweist zugleich auf den Ausbau von Wind- und Solarenergie als wirtschaftliche und technische Chance. Neben den Klimafolgen nennt das Interview auch die Wechselwirkungen mit geopolitischen Konflikten und dem steigenden Ressourcenbedarf von KI-Systemen.
Was die Konferenz tatsächlich zeigen muss
Für die redaktionelle Bewertung von COP31 sind nicht allein politische Reden entscheidend. Wichtiger sind konkrete, nachvollziehbare Zusagen zur Verringerung von Emissionen, zur Anpassung und zur Finanzierung für besonders verwundbare Regionen. Zum Zeitpunkt dieses Berichts steht das Ergebnis der Konferenz noch aus. Die Aussagen aus dem Interview sind der Gesprächspartnerperspektive zugeordnet, keine vorweggenommenen Verhandlungsergebnisse.
Quelle: Associated Press, Interview von Seth Borenstein mit António Guterres; veröffentlicht 6. November, aktualisiert 7. November 2026. Ergänzende Einordnung: Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Bericht vom 3. September 2026.
Beitragsbild: KI-generiertes FMG-Symbolbild zu Klima, Umwelt und Wetter; keine Fotografie des UN-Generalsekretärs oder der Klimakonferenz.
