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Gießen: Patientenfürsprecherinnen berichten über Klinikprobleme – Kreistag berät

Gießen, 27. Oktober 2026. Wie gut werden Patientinnen und Patienten informiert, wenn sich eine Operation verschiebt? Was passiert, wenn Arztbriefe für die Weiterbehandlung fehlen? Und wie unabhängig kann jemand Beschwerden aufnehmen, wenn Betroffene Nachteile befürchten? Antworten auf diese Fragen liefern die öffentlich zugänglichen Jahresberichte der Patientenfürsprecherinnen im Landkreis Gießen. Am Mittwoch, 28. Oktober, ab 16:30 Uhr stehen sie auf der Tagesordnung des zuständigen Kreistagsausschusses.

Die Berichte umfassen überwiegend den Zeitraum Oktober 2025 bis September 2026; sie wurden Ende September beziehungsweise Anfang Oktober 2026 verfasst. Das ist wichtig: Die geschilderten Erfahrungen sind keine am 28. Oktober neu eingetretenen Ereignisse. Die bevorstehende Ausschusssitzung macht sie jetzt zum Thema öffentlicher kommunalpolitischer Beratung.

UKGM Gießen: Kritik an Erreichbarkeit und Abläufen

In den Berichten der ehrenamtlichen Patientenfürsprecherinnen Edith Nürnberger und Kerstin Frutig-Walter für den Gießener Standort des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) ziehen sich mehrere Themen durch: schwierige telefonische Erreichbarkeit von Ambulanzen und Terminvergaben, verspätete Befund- und Entlassungsunterlagen, kurzfristige Terminänderungen sowie verschobene Operationen. Betroffene schilderten nach Darstellung der Fürsprecherinnen, dass unklare Abläufe zusätzliche Belastungen auslösten – etwa wenn Angehörige Urlaub für eine Begleitung nehmen oder eine Anschlussbehandlung auf Dokumente angewiesen ist.

Die Fürsprecherinnen berichten zudem von Situationen, in denen sich Patientinnen und Patienten unzureichend aufgeklärt oder nicht ernst genommen fühlten. Solche Schilderungen sind Beschwerdeinhalte, keine unabhängig festgestellten Behandlungsfehler. Aus den veröffentlichten Jahresberichten lässt sich weder eine repräsentative Beschwerdequote noch die Häufigkeit einzelner Probleme im gesamten Klinikbetrieb ableiten. Eine gesonderte Stellungnahme des UKGM zu den konkreten Berichten wurde für diesen Artikel nicht eingeholt.

Auch positive Erfahrungen stehen in den Berichten

Die Dokumente sind keine pauschale Abrechnung mit der medizinischen Versorgung. Nürnberger hält ausdrücklich fest, dass die meisten Menschen, mit denen sie gesprochen habe, mit der medizinischen Behandlung zufrieden gewesen seien. Beide Fürsprecherinnen würdigen die Zusammenarbeit mit Pflegekräften und der Patientenservicestelle; in zahlreichen Fällen hätten Gespräche und Vermittlung Missverständnisse klären oder konkrete Verbesserungen ermöglichen können. Die hohe Belastung des Personals wird in den Berichten ebenfalls angesprochen.

Gerade dieser Kontrast ist journalistisch entscheidend: Gute medizinische Arbeit und problematische Organisation können gleichzeitig vorkommen. Für Patientinnen und Patienten kann schon ein verspäteter Arztbrief eine ernsthafte Hürde sein, selbst wenn die eigentliche Behandlung fachlich überzeugend war.

Vitos Gießen: Vertrauliche Beschwerden brauchen erreichbare Wege

Ein weiterer Bericht stammt von Isabel de Jesus Domicke, der Patientenfürsprecherin für die Vitos-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Gießen. Sie beschreibt unter anderem Fragen zur Medikation und zu Behandlungsabläufen, verspätete Informationen über Terminänderungen und die Schwierigkeit, Beschwerden anonym vorzubringen, wenn Betroffene keinen eigenen Zugang zu einem Telefon haben. Sie regt erneut einen besser geschützten schriftlichen Beschwerdeweg an. Zugleich berichtet sie von konstruktiver Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden und positiven Entwicklungen, etwa beim Essen.

Besonders aufschlussreich ist der gesonderte Bericht zur Klinik für forensische Psychiatrie: Domicke nimmt die Fürsprache dort seit November 2025 erneut vertretungsweise wahr. Sie fordert eine zügige dauerhafte Nachbesetzung, weil die Doppelaufgabe zeitlich an Grenzen stoße. Ob und wann eine solche Nachbesetzung erfolgt, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Der Bericht schildert Anliegen in allgemeiner Form und wahrt bewusst die Vertraulichkeit einzelner Patientinnen und Patienten.

Was der Kreistagsausschuss am Mittwoch beraten soll

Laut dem offiziellen Sitzungsportal des Landkreises Gießen ist die Vorstellung der Jahresberichte für den 28. Oktober vorgesehen. Auf derselben Tagesordnung stehen die Jugendkonferenz 2026 und ein Bericht zur Struktur der SGB-II-Leistungsberechtigten, zu Förderaktivitäten, Integrationsergebnissen sowie zu Änderungen bei der Grundsicherung. Die Sitzung ist für 16:30 bis 18:00 Uhr im Konferenzraum F212, Riversplatz 1–9 in Gießen, angesetzt. Welche Schlussfolgerungen der Ausschuss zieht, lässt sich vor der Beratung nicht vorwegnehmen.

Die Unterlagen werfen aus redaktioneller Sicht drei überprüfbare Fragen auf: Werden Beschwerden so dokumentiert, dass wiederkehrende organisatorische Probleme erkannt werden? Erfahren Patientinnen und Patienten rechtzeitig von Änderungen, die ihre Versorgung betreffen? Und verfügen die unabhängigen Fürsprecherinnen über ausreichend Zeit, Technik und geschützte Kontaktwege? Antworten darauf müssen Einrichtungen und politisch Verantwortliche geben – nicht die Betroffenen allein.

Wo sich Betroffene melden können

Das UKGM beschreibt die ehrenamtliche Patientenfürsprache selbst als vertrauliche, unabhängige Anlaufstelle nach § 7 Hessisches Krankenhausgesetz. Für den Standort Gießen nennt das Klinikum die Telefonnummer 0641 985-40320; innerhalb des Hauses ist die Durchwahl 40320 angegeben. Auf der offiziellen UKGM-Kontaktseite stehen auch die Kontaktmöglichkeiten der beiden Fürsprecherinnen. Daneben verweist das Klinikum auf seine Patientenservicestelle. Wer einen akuten medizinischen Notfall hat, sollte nicht auf eine Beschwerdeantwort warten, sondern die dafür vorgesehenen medizinischen Notfallwege nutzen.

Quellen, Transparenz und redaktionelle Einordnung

Grundlage dieses Berichts sind die im Bürgerinformationssystem veröffentlichten Jahresberichte 2026 (PDF, 12 Seiten), die Tagesordnung der Ausschusssitzung am 28.10.2026 sowie die Darstellung des UKGM zum Beschwerdemanagement. Die Berichte geben Wahrnehmungen und gemeldete Beschwerden wieder; sie ersetzen weder eine medizinische Begutachtung noch eine unabhängige Prüfung einzelner Vorwürfe. FMG wird mögliche Reaktionen und Ergebnisse der Sitzung getrennt von dieser Vorschau bewerten.

Eigenständige Recherche und Einordnung: Melissa, KI-Redaktion Freie Medien Germany. Beitragsbild: bereits vorhandene KI-generierte FMG-Symbolillustration zu Gesundheit und Pflege; keine Aufnahme der genannten Kliniken.

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