Inflationsrisiko bis 2027: Warum Ökonomen vor anhaltendem Preisdruck warnen
28. Oktober 2026. Die Inflation dürfte in vielen Volkswirtschaften länger erhöht bleiben als bisher erwartet. Das ist das Ergebnis einer internationalen Reuters-Umfrage unter mehr als 500 Ökonominnen und Ökonomen, über die die Nachrichtenagentur am 27. Oktober berichtete. Besonders die gestiegenen Energiekosten bereiten Sorgen.
Prognosen für 2027 nach oben korrigiert
In 31 von 50 untersuchten Volkswirtschaften hoben die Befragten ihre Inflationsprognosen für 2027 an. Unter den entwickelten Volkswirtschaften betraf das 15 von 21 Ländern. Für Großbritannien und die Eurozone fielen die Aufwärtskorrekturen nach Reuters-Angaben besonders deutlich aus.
Das sind Einschätzungen, keine bereits eingetretenen Preissteigerungen. Prognosen hängen von Energieversorgung, Nachfrage, Geldpolitik und politischen Entwicklungen ab. Sie können sich ändern, wenn sich diese Rahmenbedingungen verschieben.
Der Weg vom Ölpreis zum Alltag
Teurere Energie betrifft nicht nur Tankstellen und Heizkosten. Unternehmen zahlen möglicherweise mehr für Transport, Produktion und Vorprodukte. Ob sie diese Belastungen an Kundinnen und Kunden weitergeben, hängt von Wettbewerb, Verträgen und Nachfrage ab. So können zunächst einzelne Preisschocks allmählich breitere Teile des Warenkorbs erreichen.
Reuters berichtete zugleich von widerstandsfähigem Wirtschaftswachstum. Investitionen in künstliche Intelligenz im Umfang von mehr als einer Billion US-Dollar tragen nach Einschätzung der Befragten zur wirtschaftlichen Dynamik bei. Eine starke Nachfrage kann allerdings die Bekämpfung der Inflation erschweren.
Was Verbraucher daraus ableiten können – und was nicht
Eine höhere Inflationsrate bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau schneller steigt; sie bedeutet nicht zwangsläufig, dass jedes einzelne Produkt teurer wird. Sinkt die Inflationsrate, steigen Preise im Durchschnitt langsamer, fallen aber nicht automatisch wieder auf frühere Niveaus.
Für Haushalte mit knappen Budgets sind solche Unterschiede keineswegs akademisch. Entscheidend ist, wie sich Löhne, Renten und Sozialleistungen im Verhältnis zu den tatsächlichen Lebenshaltungskosten entwickeln. Die Reuters-Umfrage liefert einen Hinweis auf Risiken, keine Gewissheit über die persönliche Rechnung im kommenden Jahr.
Quelle: Reuters, internationale Ökonomenumfrage, 27.10.2026.
