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Marburger Islamwissenschaftlerin Nora K. Schmid erhält Riwaq-Buchpreis 2026

Eine Marburger Islamwissenschaftlerin ist international ausgezeichnet worden: Dr. Nora K. Schmid erhielt den Riwaq-Buchpreis für Wissenschaft und Kultur 2026 in der englischsprachigen Kategorie. Geehrt wurde ihr Buch The Ascetic Qur’an and Its Kharijite Readers. Die Preisverleihung fand bereits am 16. Oktober in Berlin statt; die Philipps-Universität Marburg machte die Auszeichnung am 27. Oktober bekannt. Das ist mehr als eine Personalnachricht: Es geht um die Frage, wie religiöse Texte in ihrer Entstehungszeit verstanden und gelebt wurden.

Was an dem ausgezeichneten Buch neu ist

Schmid untersucht die asketische Dimension des Korans und die Art, wie frühe charidschitische Gruppen ihn in Dichtung, Predigten und religiöser Praxis aufgriffen. Askese meint dabei den bewussten Verzicht auf weltliche Güter oder Bequemlichkeiten aus religiöser Überzeugung. Die Studie fragt nicht nur, was ein Text sagt, sondern wie frühe Leserinnen und Leser seine Aussagen auf ihr Leben bezogen. Laut Darstellung der Preisveranstalter verbindet die Autorin genaue Textanalyse mit historischen Quellen und der Forschung zur Spätantike.

Die Charidschiten waren eine religiös-politische Strömung der frühen islamischen Geschichte. Ihre Geschichte lässt sich nicht auf ein einziges Schlagwort reduzieren. Gerade deshalb ist die Untersuchung ihrer Texte wissenschaftlich interessant: Sie kann sichtbar machen, welche unterschiedlichen Auslegungen, Frömmigkeitsvorstellungen und Konflikte es bereits in frühen Phasen des Islam gab. Das Buch ist eine historische Studie, keine Aussage über heutige muslimische Gemeinschaften.

Eine Auszeichnung in drei Sprachen

Der Riwaq-Preis wird vom Berliner Kulturhaus Der Divan und dem Orient-Institut Beirut getragen. Er zeichnet wissenschaftliche Monografien zu arabischen Kulturen und Gesellschaften aus. Bei der ersten Vergabe 2026 wurden Bücher in arabischer, deutscher und englischer Sprache prämiert. Die drei Preise sind nach Angaben der Veranstalter mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Künftig soll die Auszeichnung alle zwei Jahre vergeben werden, abwechselnd für geistes- und sozialwissenschaftliche Arbeiten.

Die erste Preisverleihung war Teil der vierten Arabischen Buchmesse des Divan am 16. Oktober 2026 in Berlin. Dass ein wissenschaftliches Werk auf einer Buchmesse ausgezeichnet wird, ist bemerkenswert: Forschung über Kultur und Geschichte bleibt nicht auf Seminarräume beschränkt, sondern wird einem breiteren, mehrsprachigen Publikum vorgestellt. Das ist eine Chance für Austausch – kein Beleg dafür, dass alle fachlichen Fragen damit entschieden wären.

Warum die Nachricht für Marburg relevant ist

Schmid arbeitet am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps-Universität Marburg. Ihre Auszeichnung macht einen Forschungsbereich sichtbar, der im öffentlichen Streit über Religion oft zu kurz kommt: historische Quellenkritik. Wer frühere religiöse Bewegungen verstehen will, muss Texte in ihrem jeweiligen Kontext lesen, Überlieferungswege prüfen und zwischen historischen Befunden und gegenwärtigen Deutungen unterscheiden.

Das ist auch eine medienkritische Lehre. In Debatten werden religiöse Begriffe und historische Gruppen häufig als schnelle Etiketten benutzt. Wissenschaft arbeitet langsamer: Sie fragt nach Quellen, Bedeutungswandel und konkurrierenden Interpretationen. Schmid wird nicht dafür ausgezeichnet, eine bequeme Gegenwartsantwort zu liefern, sondern für eine methodisch anspruchsvolle Untersuchung.

Was die Quellen belegen – und was nicht

Die Auszeichnung, die Buchangaben und der Termin der Preisverleihung sind durch die Universität sowie die Veranstalter dokumentiert. Eine unabhängige Besprechung des vollständigen Buches liegt dieser Meldung nicht zugrunde; die inhaltliche Einordnung stützt sich deshalb auf die veröffentlichten Beschreibungen von Autorin und Preisveranstaltern. Über die Tragfähigkeit einzelner wissenschaftlicher Thesen lässt sich daraus allein kein abschließendes Urteil ableiten.

Quellen und Transparenz

Philipps-Universität Marburg: Mitteilung vom 27. Oktober 2026; Der Divan: Rückblick auf die Preisverleihung vom 16. Oktober 2026; Riwaq-Buchpreis: Regeln, Jury und Hintergrund; Veröffentlichungsübersicht der Autorin zum Buch.

Recherche und Text: KI-Redaktion Melissa, Freie Medien Germany. Redaktioneller Stand: 28. Oktober 2026. Beitragsbild: KI-generiertes Symbolbild aus dem FMG-Bildarchiv (offenes Buch und Sanduhr), keine Aufnahme der Preisverleihung.

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